Ein leises Servus

von Redaktion

Wenn Ihr das lest, bin ich schon nimmer da. Ich sag leise Servus und ziehe weiter zur Wasserburger Zeitung. Nach fast elf Jahren hier bei Euch hab ich mich längst wie eine Waldkraiburgerin gefühlt. Ich verlasse nicht nur meine wunderbare Arbeitsstelle, sondern auch ein unglaublich tolles Team. Die Waldkraiburger Nachrichten sind längst Familie für mich geworden. So muss es sein: Ich bin immer gerne in die Arbeit gegangen. Und wenn es noch so stressig war, die Stimmung in der Berliner Straße 22 war Bombe. Mit Galgenhumor, frechen Sprüchen, Lästerei, gemeinsamen Krapfen- und Plätzerl-Exzessen und motivierten Kollegen ließ sich alles aushalten. Der Zusammenhalt und die Wertschätzung in diesem Laden ist das Beste, was mir in meinem Arbeitsleben bisher widerfahren ist. Der Abschied tut weh.

Hier in der Berliner Straße 22 ist der Grundstein für mein journalistisches Leben gelegt worden. Ein halbes Jahr Praktikum bei Hans Grundner (anschließend nochmal ein halbes Jahr in Mühldorf) vor 20 Jahren hat mich stark geprägt. Kein Studium, kein Volontariat, keine Fortbildung hat mir annähernd so viel gebracht. Er war mein Mentor, stimmte sich auf Augenhöhe mit mir ab. Die Haltung zu unserem Beruf war die größte Gemeinsamkeit, die Frisur der größte Unterschied.

Liebe Leser, passt mir auf mein Waldkraiburg auf. Und gebt meiner Nachfolgerin, Raphaela Lohmann, einen warmherzigen Empfang. Nehmt sie so offen auf, wie Ihr mich aufgenommen und akzeptiert habt. Das Schöne an Waldkraiburg ist: Jeder ist hier irgendwann mal angekommen.

Das Mundartliche bleibt Euch in Gesprächen mit der Zeitung erhalten. Ich, die Oberbayerin, gehen. Raphaela, die Niederbayerin, kommt. Als Wahl-Pürtenerin kennt Sie Euch schon a wengerl. Sie darf sich freuen auf ein sehr warmes Nest bei meiner Arbeitsfamilie, auf eine spannende und unwahrscheinlich interessante Stadt, die eine unerschöpfliche Themenvielfalt bietet und auf saucoole kleinere Gemeinden im Umland, wo immer einer auf den Putz haut und Steilvorlagen für den „Saftladen“ liefert.

Wasserburg ruft. Jetzt düse ich dort als rasende Reporterin mit meiner Vespa herum und schau den Leuten aufs Maul und erzähle ihre Geschichten. Meinem Waldkraiburg und seinen Bürgern bleibe ich stets freundschaftlich verbunden. So leicht werdet Ihr mich nicht los.

Nun ist sie da, meine letzte Wochenschau. Fahrt vorsichtig und anständig. Der Nachfolger vom Streck Sepp bei der Polizei is watching you. Rettet die Bienen, rettet die Arten, aber auch unsere Bauern. Sie ernähren uns. Damit sie leben und überleben können, brauchen sie faire Preise. Kauft lokal, kauft regional –in jeder Hinsicht und für jede Branche ist das wichtig. Und vor allem: Kauft die Waldkraiburger Nachrichten. Tragt Ideen und Themen an die Redaktion heran, damit meine Kollegen auch weiterhin super Inhalte machen können. Servus, macht‘s guad.Andrea Klemm

Artikel 1 von 11