Förderung

Naturbad: Machen, was machbar ist

von Redaktion

Sie wollen mithelfen, um ein attraktives Naturbad in Kraiburg zu verwirklichen: fünf Bürger, die sich für die Gründung eines Fördervereins interessieren und jetzt ihre Ideen für das Bad im Marktgemeinderat vorgestellt haben. Dort wurde das Engagement positiv aufgenommen, auch wenn einige Wünsche wohl nicht realisierbar sind.

Kraiburg – Ein Förderverein könnte einen wichtigen Beitrag für ein attraktives Bad leisten: Finanzmittel für die Spielgeräte und Ausstattung beschaffen, Eigenleistungen organisieren und einbringen, Veranstaltungen auf die Beine stellen, deren Erlös dem Bad zugute kommt oder die Gemeinde bei der Planung und Umsetzung des Projekts. Sepp Wimmer, der das Konzept im Rathaus präsentierte, und seine vier Mitstreiter Gerald Seidinger, Georg Kiefinger, Claudia Heinrich und Tobias Rauscher sehen dafür gute Möglichkeiten.

Wie das Naturbad für Familien attraktiver werden kann

Sie haben sich Gedanken gemacht, wie das Naturbad vor allem auch für Familien zu einer attraktiven Freizeiteinrichtung werden kann.

Wimmer nannte einige Eckpunkte, die der Gruppe wichtig sind:

• Die Wasserqualität auch in Perioden mit hohen Temperaturen muss sichergestellt sein.

• Das Naturbad muss außerhalb der Öffnungszeiten eingezäunt und abgesperrt sein.

• Hunde sollen keinen Zutritt zum Naturbad haben.

• Das Babybecken muss erhalten bleiben.

• Der Kiosk soll bewirtet sein, wenn sich ein Pächter fndet.

• Das Bad braucht einen abgegrenzten Schwimmbereich von mindestens 25 Metern für vier bis sechs Bahnen.

• Das Bad sollte für den Schulsport genutzt werden.

Großen Wert legt die Gruppe darauf, dass es eine Rutsche gibt und eine Einsprungmöglichkeit für Kinder. Ohne diese Attraktionen, so ihre Befürchtung, würden viele Familien mit Kindern wegbleiben.

Bürgermeister Herbert Heiml begrüßt die Initiative für einen Förderverein. Der könne nicht groß genug sein, findet er. „Bei der Gründungsversammlung sollten es nicht fünf, sondern 50 Leute sein, am besten 500.“

Bürgermeister Heiml bremst Erwartungen

Gleichzeitig bremste Heiml aber die Erwartungen, die Sepp Wimmer für die Gruppe vorgetragen hatte: Den Planungen seien „sehr enge Grenzen gesetzt. Viele Dinge lassen sich nicht realisieren.“ Manches scheitert am Lärmschutz. Das alte Freibad hatte Bestandsschutz. Doch für das neue Bad hat die Gemeinde ein Schallschutzgutachten erstellen lassen müssen. Überhaupt eine Genehmigung an diesem Strandort zu bekommen, „war eine ganz knappe Geschichte“, so der Bürgermeister. Ein erfahrener Planer habe auf dieser Grundlage eine Grundplanung erstellt, „die mehr oder weniger vorgegeben ist“.

Was geht und was nicht geht

Alles was laut ist und stören könnte, kann zum Problem werden, die Rutsche oder die Einsprungmöglichkeit zum Beispiel. Heiml: „Wir können nicht garantieren, dass wir alle Bedingungen von Euch umsetzen können.“ Das letzte Wort ist da aber noch nicht gesprochen. Die Gemeinde will Möglichkeiten prüfen lassen, was geht und was nicht.

Bahnen und Wendemöglichkeiten, nach denen sich eine Zuhörerin erkundigt hatte, wird es wohl nicht geben. „Für Leute, die sehr sportlich sind, ist das Naturbad nicht optimal“, so Herbert Heiml.

Andere Anregungen sind in der Planung bereits berücksichtigt: Das Gelände wird eingezäunt und „schon aus Sicherheitsgründen“ für Hunde gesperrt, stellte Dritte Bürgermeisterin Anneliese Schuster klar. Aber: Schulschwimmen ist in dem Naturbad nicht gestattet.

An gesetzlichen Vorgaben kommt auch der Gemeinderat nicht vorbei. „Aber es sollte das Signal von uns ausgehen, das alles, was finanziell machbar ist, gemacht wird“, betonte Gemeinderat Ernst Kirmeier.

Er hält es auch für eine Selbstverständlichkeit, dass die Gemeinde, die das Geld der Bürger für das Projekt in die Hand nimmt, die Bürger einbindet, um gemeinsam das Optimale zu erreichen. Die Gruppe hatte darum gebeten, in die Planungen mit einbezogen zu werden. „Wir wollen nicht darauf reduziert werden, Spenden zu sammeln und zu arbeiten“, so Gerald Seidinger.

Dass der Förderverein, beziehungsweise dessen Vorstand aktuell über Planungen und Entscheidungen, die das bad betreffen, informiert wird, sagte der Bürgermeister zu. Bei der Verwendung von Spendengeldern soll der Verein mitentscheiden, nicht aber bei Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit von Bürgermeister oder Gemeinderat fallen.

Eine Zuhörerin regte an, die enge Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Gemeinde auch institutionell zu verankern und in der Vereinssatzung festzulegen, dass ein oder mehrere Gemeinderäte als Beisitzer dem Vorstand angehören.

Sepp Wimmer zog nach der Sitzung eine positive Bilanz. Er sieht in dem Austausch mit dem Gemeinderat eine gute Grundlage, um einen Förderverein aufzubauen.

GuteNachrichtvon Mühldorfer Netz

Gute Nachrichten hatte Bürgermeister Herbert Heiml im Hinblick auf die Förderung des Naturbads aus Leader-Mitteln. Wenige Tage zuvor hatte sich der Lenkungsausschuss des Mühldorfer Netzes für eine Förderung des Kraiburger des Projekts ausgesprochen. Heiml nannte keine Summen. Der endgültige Bescheid der Regierung stehe noch aus. „Aber das Projekt wird dadurch sicher erleichtert.“ (Siehe auch ausführlichen Bericht über das Ergebnis der Lenkungskreissitzung in der morgigen Ausgabe.)hg

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