Waldkraiburg – Wer Mode liebt, war hier genau richtig. Bunte T-Shirts, warme Pullover, hübsche Sommerkleider oder elegante Accessoires – vieles fand einen neuen Besitzer. Auf Kleiderständern hängend fielen vor allem schicke Mäntel und edle Kleider auf. Von sportlich frech bis hin zu schick und elegant war für jeden Modegeschmack etwas Passendes dabei. Die Veranstaltung hatte einen ganz besonderen Hintergrund, in dem es nicht nur um das Thema Mode ging. Unter dem Motto „Lauschen und Tauschen“ veranstaltete der Kreisjugendring Mühldorf die erste Kleidertauschparty in der Region.
Was in Großstädten wie München, Leipzig, Nürnberg und Berlin schon lange ein Trend ist, kannte man bislang hier noch nicht. Anna Wenzel und Tamara von Eisenhart-Rothe wollten diesen Zeitstil in ihre Heimat bringen. Die 17-jährige Anna absolviert aktuell ein Praktikum beim Kreisjugendring. „Wenn jemand tolle Ideen hat, sollte man diese bekannt machen. Deshalb sahen meine Freundin Tamara und ich diese Veranstaltung als sinnvoll an“, erklärte sie. „Dieses Event dient nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Aufklärung“, fährt die Waldkraiburgerin fort.
Die Stimmen der Besucher und Veranstalter machten deutlich, wie wichtig ihnen Umweltschutz ist. Sie kritisierten, dass die Gesellschaft gerne im Luxus und Überfluss lebe und irgendwann vieles gedankenlos weggeworfen werde. Mit solchen Aktionen möchte man vor allem sensibilisieren. Denn Dinge zu entsorgen heißt nicht, dass sie automatisch kaputt oder wertlos sind. „Was für die einen alt ist, ist für die anderen neu“, erklärt eine Besucherin, die schon einige Kleidungsstücke gefunden hat und weiter in dem Berg modischer Schätze wühlt. Die Party stand ganz im Zeichen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit. Mit tatkräftiger Unterstützung von vielen Helfern, stellten die Initiatoren ein unterhaltsames Programm auf die Beine. Die Besucher erwartete eine Mischung aus Shoppingtour, Workshops, Vorträgen, Gesprächen und musikalischer Unterhaltung. An der Kasse holten sich die Besucher Plastikchips, mit denen sie Kleider eintauschen konnten. Für einen schicken Wollpullover musste der Besucher fünf Plastikchips hinlegen. Statt mit Geld wurde mit Jetons bezahlt, die den Besucher nichts kosteten. Hier war alles umsonst, mit Ausnahmen der Speisen und Getränke.
Sinn dieser Aktion war, eigene Klamotten mitzubringen und diese mit Schätzen aus den Kleiderschränken anderer Leute zu wechseln. Tamara von Eisenhart-Rothe zeigte mit ihrem Batik-Workshop, wie man seine alten langweiligen Klamotten wieder richtig aufpeppen konnte. Sie verknotete ein altes abgetragenes T-Shirt, die dadurch abgedeckten Stellen blieben später heller oder ganz weiß. „Je straffer das Band, desto größer der Farbunterschied“, erklärte sie. Dann wanderte das T-Shirt in einen Eimer, dessen Wasser zuvor mit Farbe gemischt wurde. Fixierbad, trocknen und schon war das neue Lieblingsteil fertig. Anna Wenzel bot Interessierten einen Filz-Workshop. Die Besucher und Tauscher zeigten, wie groß das Interesse daran ist, sorgsamer und bewusster mit der Umwelt umzugehen.