Stadträte: Schluss mit wilder Böllerei!

von Redaktion

Die Stadt Waldkraiburg sollte an Silvester die wilde Böllerei im ganzen Stadtgebiet verbieten und statt dessen ein zentrales Feuerwerk am Festplatz organisieren. Das fordern die Stadträte Alexander Will (SPD) und Eva Köhr (CSU).

Waldkraiburg – Die beiden Kommunalpolitiker begründeten ihren Vorstoß im Stadtrat mit Vorkommnissen zur Jahreswende. Alex Will, der in der Silvesternacht Taxi fährt, musste sich auch diesmal nach eigenen Angaben wieder mit Krawallbrüdern ärgern, die Böller unter sein Fahrzeug warfen. „Die Böller werden immer größer“, sagt er. Und dann „der Saustall, den sie hinterlassen“. Bei einem Lokal an der Teplitzer Straße sei es besonders schlimm gewesen. Will schlägt nach diesen Erfahrungen ein zentrales Feuerwerk am Volksfestplatz vor.

Von „vielen Beschwerden“ berichtete auch Eva Köhr. „Das war ein enormer Krach“, auch ein großer Stress für die Tiere. Sie forderte die Verwaltung auf, sich bei anderen Städten zu erkundigen, die bereits ein zentrales Feuerwerk haben. Sie glaubt, man könnte ein solches Feuerwerk durch Sponsoring finanzieren.

Welche Regeln gibt es für die Silvesterknallerei? Und wie machen es andere? In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie von besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist das Abbrennen jeglicher pyrotechnischer Gegenstände ohnehin per Gesetz verboten, auch in Waldkraiburg. Zuletzt waren Böllerverbote an Silvester in mehreren Kommunen im Freistaat auch aus Tier- und Umweltschutzgründen in der Diskussion.

Verbote in vielen historischen Orten

Immer mehr historische Städte erlassen zudem für ihre Altstadt oder bestimmte Viertel Anordnungen. Zum Beispiel Wasserburg, wo der Stadtrat für Silvester und Neujahr über die gesamte Halbinsel der Altstadt und die Innbrücke ein solches Verbot ausgesprochen hat.

Im Landratsamt sind keine derartigen Anordnungen aus den Städten und Gemeinden im Landkreis Mühldorf bekannt. Ein Sprecher weist darauf hin, dass „ein Verbot nur erfolgen kann, wenn eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung besteht, beziehungsweise es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer konkreten Gefährdung kommt.“

Ob ein generelles Verbot für das Stadtgebiet überhaupt möglich wäre und wie es in der Angelegenheit weiter geht, blieb gestern offen. Der zuständige Beamte im Rathaus war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Polizeilicherseits eher ruhig“ hat Franz Lohr, stellvertretender Leiter der Inspektion Waldkraiburg, die jüngste Silvesternacht in Erinnerung. Das Jahr davor habe es einen kleineren Brand gegeben, der mit der Silvesterknallerei in Verbindung stand. Polizeichef Georg Deibl äußert sich zurückhaltend: „Man müsste die Erfahrungen mit einer zentralen Veranstaltung abwarten.“ Im Hinblick auf ein Feuerwerksverbot im Stadtgebiet, die die Knallerei zur Ordnungswidrigkeit macht, stelle sich die Frage: „Wer stellt die Störenfriede fest?“

(Siehe auch Umfrage)

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