Großer Zeitdruck für neues Schalthaus im Gewerbegebiet

von Redaktion

Um die Stromversorgung zu sichern, beschließt der Stadtrat im Vorgriff auf den Bebauungsplan die Fällung eines Waldstücks

Waldkraiburg – Um die Stromversorgung der Betriebe im Industrie- und Gewerbegebiet weiter sichern zu können, braucht die Stadtwerke GmbH schnellstmöglich ein viertes Schalthaus. Als Standort kommt allein ein Grundstück an der Schilcherlinie zwischen der Wohnbebauung und dem Gewerbe- und Industriegebeit nördlich der Daimler-straße infrage. Dieses Areal liegt in einem Bereich, den die Stadt als Gewerbegebiet entwickeln will. Weil das Vorhaben nicht mehr aufgeschoben werden kann, hat der Stadtrat die vorzeitige Fällung des 200 Quadratmeter großen Waldstücks beschlossen, im Vorgriff auf den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan.

Carsten Schwunck, der Leiter der Bauabteilung im Rathaus, machte deutlich, dass die Maßnahme keinen zeitlichen Verzug mehr zulässt. Die Fällung der Bäume müsse noch in dieser Schlagperiode erfolgen. Mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sei dieser Schritt abgestimmt. Nach Ablauf einer Frist von einem Monat gilt die Fällung als genehmigt. Zwei Bäume, die als Lebensraum für Fledermäuse dienen, werden wegen ihrer besonderen artenschutzrechtlichen Bedeutsamkeit dauerhaft erhalten, soweit es die Verkehrssicherheit erlaubt. So hat es der Stadtrat beschlossen.

Die Rodung, das heißt das Entfernen der Wurzelstöcke, wird erst nach Abschluss der Bauleitplanung erfolgen. Dem Bebauungsplan ist ein Umweltbericht und eine artenrechtliche Prüfung beizulegen, in dem die Ausgleichsflächen, die Ersatzaufforstung und die artenschutzrechtlichen Erfordernisse darzulegen sind.

Umweltreferent Gerd Ruchlinski bezweifelt nicht die Dringlichkeit der Maßnahme, ist aber nicht begeistert, dass „wir das Pferd auf den Kopf stellen“. Er beklagt, dass die Träger der öffentlichen Belange keine Möglichkeit haben, Stellung zu beziehen. Und: Nicht die gesamte Grundstücksfläche werde für das Schalthaus gebraucht. Die Restfläche werde wieder aufgeforstet, so Schwunck. Die Leitungen zum Schalthaus werden unterirdisch verbaut. Auf die Frage von Stadtrat Christoph Vetter, wie die Leitungen vom neuen Umspannwerk ins Gewerbegebiet geführt werden, sagte Schwunck: Die Trassenführung sei derzeit in Planung. Es werde drei große Hauptleitungen durch Waldkraiburg geben. hg

Drei Schalthäuser im Stadtgebiet

Mit Kosten jenseits der Millionengrenze rechnen die Stadtwerke, bis das zusätzliche Schalthaus im Gewerbegebiet den Betrieb aufnehmen kann. Eine genauere Summe kann die Geschäftsführung zum gegenwärtigen Planungsstand noch nicht angeben. Die drei vorhandenen Schalthäuser befinden sich in der Reichenberger Straße, der Teplitzer Straße und der Marienburger Straße (Ecke Von-der-Tann- Straße).hg

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