Waldkraiburg – Öfter mal wieder die Wanderstiefel schnüren und nicht immer auf den gleichen, ausgetretenen Pfaden wandern. Dazu noch Tipps zum Einkehren oder ein kleines Spiel zur Auflockerung für die Kleinen – und schon ist der nächste Wandertag geplant. Eine Übersicht über Ziele und Routen gibt ein Wandertagführer – herausgebracht vom P-Seminar Biologie am Gymnasium Waldkraiburg.
Eine Bunkerroute, der Planetenweg in Burgkirchen, der Toteiskesselweg oder doch lieber ein Ausflug in die Berge zum Hochfelln? Die Auswahl im Wandertagführer ist groß. Die meisten Ausflugtipps in dem Büchlein sind grün markiert – das Zeichen für Wanderrouten. „Uns war es wichtig, dass an den Wandertagen wieder mehr gewandert wird“, erklärt Christina Zeiller. Sie ist eine der zwölf Schülerinnen, die an dem Wandertagführer mitgewirkt haben. Das Konzept sei so geplant gewesen, den Wandertag an den Schulen zu verbessern. Naturbezogen sollte er sein und dazu noch etwas lehrreich. Deshalb haben sich die Schüler zu manchen Routen noch Fragen oder Spiele einfallen lassen, um den Wandertag aufzulockern.
Aufgemacht ist das Buch wie ein Wanderführer: Eine allgemeine Beschreibung der Route, dazu Tipps für die Anfahrt, die Ausrüstung, für eine Einkehr oder mögliche Kosten. Symbole am oberen Seitenrand bieten eine gute Übersicht. Auf den letzten Seiten gibt es sogar eine Auflistung der Busunternehmen für eine einfachere Organisation. Zu Beginn der elften Klasse startete das Projekt unter Leitung von Marcella Hagn. Vor eineinhalb Jahren war das, in der Zwischenzeit ist viel passiert. „Wir sind viel gewandert und jede Route selbst abgegangen“, erzählt Maja Vasic. In der Freizeit seien sie losmarschiert und hätten die Region zu Fuß erkundet. Dafür neben der Schule die Zeit zu finden, sei nicht immer einfach gewesen. Anregungen und Feedback haben sich die Schülerinnen bei anderen Klassen geholt, die sie bei ihren Wandertagen begleitet haben.
„Oft war für viele Klassen der Bayernpark das Ziel am Wandertag oder viele sind die gleichen Routen gewandert“, sagt Christina Zeiller. Keine Frage, der Ausflug in den Bayernpark hat auch den beiden Schülerinnen immer gut gefallen. Aber der Wandertag dürfe gerne auch mal ein anders Ziel haben. Zur Abwechslung vielleicht eine kürzere Route in Kraiburg, eine Wanderung zum Ebinger Urelefant oder der Bergwalderlebnisweg Staffen? Die beiden Schülerinnen sind sich sicher: „Für jede Klasse ist etwas dabei.“ Auf die Angabe einer Altersstufe hätten sie bewusst im Wandertagführer verzichtet. Die Entscheidung soll der Lehrer treffen, welche Tour für die Klasse interessant sei.
Viele der Touren sind von Waldkraiburg aus geplant, aber gestartet werden kann von überall aus. Denn der Wandertagführer soll für alle Schulen der Region ein Ratgeber sein. Neben den Wanderrouten gibt es noch Ausflugstipps zu Museen und Freizeitparks in der Region.
Routenauswahl, Layout und Marketing – all das gehörte zu den Aufgaben des P-Seminars. Anfang des Jahres gab es dann endlich die erste gedruckte Ausgabe. In der ersten Auflage wurden 50 Exemplare gedruckt, die zweite Auflage mit 75 Exemplaren ist schon fast ausverkauft. „Je nach Nachfrage gibt es eventuell auch noch eine dritte Auflage“, sagt Christina Zeiller. Seit Anfang Februar gibt es den Wandertagführer auch bei der Buchhandlung Herzog zu kaufen, im Haus des Buches gibt es ihn zum Ausleihen. Der Gewinn aus dem Verkauf ist schon verplant, zwei Optionen gibt es: Entweder für einen guten Zweck spenden oder in die Schulkasse einzahlen. Denn mit Abiball und Abischerz kommen einige finanzielle Herausforderungen auf sie zu.