Zahlen, die heute keiner mehr glaubt

von Redaktion

Zappe-Saal zieht Zwischenbilanz: 12000 Ballbesucher in der ersten Faschingssaison

Waldkraiburg und die Welt – Er hat sich in wenigen Monaten zum Veranstaltungszentrum für Waldkraiburg entwickelt: der Zappe-Saal. Mit einem Fassungsvermögen von 1200 Personen ist er der größte Saal im ganzen Landkreis Mühldorf. Die Zeitung zieht in der Woche vor 50 Jahren Zwischenbilanz nach der ersten Faschingssaison.

Die Zahlen sind aus heutiger Sicht fast unglaublich: 15 Bälle wurden beim Zappe gefeiert. So viele Faschingsveranstaltungen kommen heute in der ganzen Stadt nicht zusammen. Rund 12000 Besucher wurden gezählt, sechs Bälle waren ausverkauft oder nahezu ausgebucht.

Nur der Wirt ist noch nicht ganz zufrieden: Denn wie die Zeitung berichtet ließ der Umsatz bei allen Veranstaltungen zu wünschen übrig. Die vielen Besucher haben „in Speise und Trank auffallend Mäßigkeit geübt“.

Der Gewerbeverband etabliert sich in Waldkraiburg. Innerhalb weniger Wochen nach dem Aufruf des Landesverbandes der Selbständigen haben 150 Geschäftsleute, Handwerksmeister und freiberuflich Tätige ihren Beitritt zu einem Ortsverband erklärt. Das berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.

Junger Orden hilft

der jungen Stadt

„Junger Orden hilft einer jungen Stadt“ – unter diesem Titel berichtet die Zeitung über das Engagement von fünf Missionsschwestern in Waldkraiburg. Stadtpfarrer Rudolf Haderstorfer hatte den Kontakt zu dem erst wenige Jahre zuvor gegründeten Orden der „Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser“ aufgenommen. Deren Mutterhaus steht in Wang.

Die fünf Schwestern werden auch in Waldkraiburg wohnen, in einem Haus gleich neben dem Kindergarten in der Kopernikusstraße. Dort werden zwei Missionsschwestern als Erzieherin und Kinderpflegerin arbeiten. Eine Mitschwester ist als Pfarrschwester in der Caritasarbeit und in der Seelsorgehilfe aktiv, eine weitere als ambulante Krankenschwester in der Hauspflege und die fünfte als Altenpflegerin.

Eine Mordsgaudi wird der Sturm auf das Rathaus, mit dem die Narren der neu gegründeten Bohemia-Bavaria für vier Tage die Macht in der Stadt übernehmen. Am nächsten Tag meldet die Zeitung Kollateralschäden: Drei Fensterscheiben gingen im Faschingstrubel kaputt.

Die Volkshochschule Mühldorf und Waldkraiburg bieten ein neues VHS-Kolleg an: 60 Abende zu den Themen „Umgang mit Sprache“, „Gesellschaft und Politik“ sowie „Wirtschaft und Betrieb“.

Die heftigen Diskussionen um ein Kriegerdenkmal im künftigen Stadtpark nehmen kein Ende. Der Standort ist ebenso strittig wie die Frage, ob es in Waldkraiburg, das erst nach dem Krieg entstanden ist, überhaupt ein solches Ehrenmal geben soll.

Die Einführung des 9. Schuljahres an den Volksschulen im Herbst 1969 stellt auch Handwerk, Handel und Industrie vor große Herausforderungen. Denn die Nachfrage ist groß, aber zum Schuljahresende werden kaum Jugendliche die Volksschulen verlassen. Die Zeitung reagiert mit einer umfangreichen Sonderveröffentlichung, in der regionale Firmen um Lehrlinge werben können.

Artikel 6 von 11