Waldkraiburg – In der regulären Stadtratssitzung waren Fragen offen geblieben, der Tagesordnungspunkt ist deshalb noch einmal abgesetzt worden (wir berichteten). In einer Sondersitzung hat der Stadtrat nun mit großer Mehrheit die Entwurfsplanung für den Umbau eines ehemaligen SGF-Gebäudes in eine städtische Kindertagesstätte samt einer Kostenmehrung von 500000 Euro gebilligt. Die offenen Fragen wurden beantwortet. Und doch gab es auch diesmal Diskussionsbedarf, insbesondere weil der Eigentümer des benachbarten Grundstücks den Eltern zwar erlaubt, die Kinder zu bringen und zu holen, einer grundbuchrechtlichen Sicherung des Zugangs aber nicht zustimmt.
Eben an diesem Punkt hakte SPD-Stadtrat Alexander Will ein, der sich wie seine Fraktionskollegen Richard Fischer und Christine Blaschek gegen den Standort zwischen Haidaer- und Graslitzer Straße ausspricht. „Wenn uns der Eigentümer böse will, sperrt er uns den Zugang“, so Will, der zudem eine weitere „Kostenexplosion“ befürchtet. „Wenn noch was drauf kommt, sind wir schon im Neubau-Bereich.“
Seit den ersten vorläufigen Untersuchungen im Sommer sind die geschätzten Kosten um rund eine halbe Million Euro auf über 2,3 Millionen Euro angestiegen. Damit liegen die Kosten laut Planer allerdings noch immer um etwa eine Million Euro unter einem vergleichbaren Neubau.
Den hält Zweiter Bürgermeister Richard Fischer für erforderlich. Denn schon jetzt zeichnet sich seiner Meinung nach ab, dass die städtische Kita für gut hundert Kinder nicht ausreicht. Es brauche ein größeres Objekt, um dem Bedarf gerecht zu werden. Für das ehemalige SGF-Gebäude sieht Fischer auch andere Nutzungsmöglichkeiten, etwa für das Forschungszentrum.
Auch für CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr ist absehbar, dass eine weitere Kita gebaut werden muss, wenn die bauliche Entwicklung in Waldkraiburg so weiter gehe wie bisher. Er sieht im Kita-Projekt im ehemaligen SGF-Gebäude aber eine große Chance. „Ich finde auch die Lage ausgezeichnet.“ Sie sei bedarfsgerecht, weil die neue Kita, die erste größere nichtkonfessionelle Einrichtung dieser Art in Waldkraiburg, Kinder aus dem ganzen Stadtgebiet anziehe.
Für die Kinder sei die Lösung top, findet Michael Steindl (UWG). Und wenn die Stadt nichts tue, habe man über kurz oder lang wieder einen Leerstand.
Andreas Knoll von der SPD-Fraktion findet den Standort gut, stimmt aber „nicht uneingeschränkt zu“ wie er sagte. Dass der Grundeigentümer, eine Grunddienstbarkeit einträgt, um die Zufahrt dauerhaft zu sichern, „halte ich als Jurist für unabdingbar“. Dass dies nicht geschehe, könnte in 10, 15 Jahren bei einem neuen Eigentümer zum Problem werden, so Knoll.
Dazu Carsten Schwunck, Leiter des Bauamtes: Bei baulichen Maßnahmen brauche es dann eine Bauleitplanung, über die die Stadt dann auch die Zufahrt gesichert regeln könnte.
Gegen die Stimmen der drei SPD-Stadträte Fischer, Blaschek und Will stimmte der Stadtrat dem Umbau zu.