Jetzt ist sie da, meine erste Wochenschau – um es mit den Worten meiner Vorgängerin Andrea Klemm zu sagen. Nach acht Jahren in Pürten finde ich mich in Waldkraiburg schon längst zurecht, aber die Stadt aus beruflicher Sicht zu erleben, das ist neu. Unbekannte Menschen bekommen Namen, die mir ihre Geschichten erzählen, von ihren Sorgen berichten. Die politischen und gesellschaftlichen Themen der Stadt und aus dem Umland begleite ich ab sofort selbst journalistisch.
Ein Thema liegt quasi direkt vor meiner Haustür: Der Innkanal. Nicht nur für mich ein beliebter Spazierweg, an sonnigen Tagen ist hier die halbe Stadt Waldkraiburg unterwegs: Jogger drehen ihre Runden, Hundebesitzer führen ihre Vierbeiner aus und Radfahrer treten in die Pedale. Ein kilometerlanges Naherholungsgebiet auf der einen Seite, eine wertvolle Fläche für Kleintiere und Pflanzen auf der anderen Seite.
Gerade dieses Gebiet leidet aktuell unter dem Umbau des Innkraftwerks. Die Böschungen werden abgeholzt und betoniert, um sie für einen höheren Wasserstand im Innkanal abzudichten. Stadträtin Susanne Engelmann spricht von einem „ökologischen Desaster“, Kraftwerksbetreiber VERBUND weist die Vorwürfe zurück. Denn für die Flächen muss 1:1 gleichwertiger Ersatz geschaffen werden.
Am Innkanal zeigt sich gerade deutlich: Selbst sinnvolle Maßnahmen für eine ökologische Stromerzeugung kommen nicht ohne Eingriffe in die Natur aus. Kompensationsmaßnahmen sind wichtig, gar keine Frage. Aber nicht irgendwo, sondern dort, wo Tiere über Jahre hinweg ihren Lebensraum hatten. Eine ökologische Insel darf nicht die Lösung sein.
Einer, der die Flora und Fauna am Innkanal gut kannte, war Gerd Ruchlinkski. Er starb diese Woche völlig überraschend im Alter von 74 Jahren. Jahrelang trat er in seinen Funktionen als Stadtrat, Umweltreferent und Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz für die Belange von Natur und Umwelt ein. Sein Steckenpferd waren die Schmetterlinge, für die der Innkanal ein Paradies ist. Und ein solches soll er auch bleiben.
Was Gerd Ruchlinski für die Umwelt war, war Wolfgang Anders für den Handball in Waldkraiburg. Er gehörte zu den Gründern der VfL-Handballabteilung, war aktiver Spieler für die erste Mannschaft und gehörte mehr als 40 Jahre dem Vorstand der Abteilung an. Er starb diese Woche nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren.
Raus in die Natur: Es soll wieder mehr gewandert werden, das wünschen sich Schüler vom P-Seminar Biologie am Gymnasium Waldkraiburg. Dazu haben sie eigens einen Wandertagführer veröffentlicht mit 32 Routen und Zielen in der Region. Schwerpunkt: Wandern. Der Führer richtet sich nicht nur an Schulklassen, sondern auch an Familien. Also: Wanderschuhe an und die Natur genießen.raphaela Lohmann