Als das Rathaus geplant wurde: Ein Stockwerk diente als Reserve

von Redaktion

Fassade sorgte damals für Diskussionen im Stadtrat – Stadt suchte dringend Facharbeiter für Industriebetriebe

Waldkraiburg und die Welt – Die Stadträte feilen am Planentwurf für ein neues Rathaus. Und äußern sich kritisch über die Fassadengestaltung. Das berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren. Das Rathaus könnt zu sehr wie ein Klotz wirken, befürchten die Kritiker im Stadtrat. Noch ist das Rathaus mit einem Erdgeschoss und drei Obergeschoss für den städtischen Bedarf zu groß. Für Stadtverwaltung, Stadtwerke und Stadtbau reichen drei Etagen, das dritte Obergeschoss dient als Reserve.

Der große Arbeitskräftemangel, das Fehlen eines Gymnasiums und eines Krankenhauses erweisen sich als großes Handicap für die Ansiedlung von Industriebetrieben auf dem neuen, über 60 Hektar großen Industriegebiet. So Bürgermeister Josef Kriegisch in einem Brief an die Bürgerschaft. Kriegisch hofft, dass das neue Wohnheim für Spätaussiedler neue Arbeitskräfte in die Stadt bringt, die zudem Kontakt mit allen 800 Auspendlern aufgenommen hat, um zu erfahren, unter welchen Bedingungen sie in Waldkraiburg arbeiten würden.

Der Berberlöwe „Moritz“, der einige Tage zuvor den Waldkraiburger Dompteur Ronald Kollmann angefallen und tödlich verletzt hatte, muss in den Tierpark. Um die drohende Tötung des Tieres zu vermeiden, nimmt ihn der Zoologische Garten Ströhen in Niedersachsen auf.

Anton Binder rückt für Altbürgermeister Hubert Rösler in den Stadtrat nach.

Die Volksbank Kraiburg-Waldkraiburg legt ihren Jahresabschluss vor. Die Bilanzssumme ist um 30 Prozent gestiegen, die Spareinlagen um fast 17 Prozent, der Verkauf von Sparbriefen wegen der hohen Verzinsung um 81 Prozent. Das rege Kreditgeschäft verzeichnet einen Zuwachs von fast einem Drittel. Die Stadt treibt das Kanalbauprogramm voran. Im Jahr 1969 sollen nicht weniger als 15 Straßen kanalisiert werden.

Der Gewerbeverband macht einen Neuanfang in Waldkraiburg. Der Bundesgeschäftsführer ist dazu eigens aus Bonn angereist. In einem Vortrag kritisiert er ein neues Lohnfortzahlungsgesetz, das die Bundesregierung vorbereitet, um den Lohnentgelt für Arbeiter im Krankheitsfall neu zu regeln. Der bisherige Ortsvorsitzende, dem Mitglieder Untätigkeit vorwerfen, ist kurz vor der Versammlung zurückgetreten. An seiner Stelle wird ein fünfköpfiges Leitungsgremium gewählt.hg

Artikel 1 von 11