25 Meter in die Tiefe

von Redaktion

Ein Schritt und Sprung: Sich von der Klippe in die Tiefe zu stürzen, ist für Rainhard Riede nichts Neues. Doch der Sprung an den Buchenegger Wasserfällen bei Schnee und Eis war selbst für ihn Premiere.

Waldkraiburg – So manchen fröstelt es ja schon im 18 Grad kalten Wasser. Aber freiwillig einen Sprung ins vier Grad kalte Wasser wagen? Rainhard Riede, zweifacher Weltmeister im Splashdiving, machte die Kälte jedenfalls nichts aus. Gemeinsam mit Thomas Wunderlich ist er zum ersten Mal bei Schnee und Eis von einer Klippe gesprungen. Schon öfter war er in den vergangenen Jahren an den Buchenegger Wasserfällen in der Nähe von Kempten. Aber noch nie im Winter. „Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt, dort im Winter zu springen. Allein schon den Wasserfall und die Landschaft in Schnee und Eis bedeckt gesehn zu haben war den Ausflug wert“, sagt Riede.

25 Meter hoch ist die Klippe neben den Buchenengger Wasserfällen, das Wasser etwa drei bis vier Meter tief. „Der Boden ist dort kiesig und relativ weich. Viel mehr Tiefe braucht man nicht“, erklärt er. Aber der Sprung ins Wasser muss genau passen. „Man muss im Weißwasser des Wasserfalls landen. An den anderen Stellen ist das Wasser nicht tief.“

Extra mit Neoprenanzügen, Hauben und Handschuhen haben sich die beiden Klippenspringer ausgestattet, um den Temperaturen zu trotzen. „Ich fand die Kälte nicht schlimm.“ Vor Ort dann die ersten Hindernisse: Der Weg zur Absprungstelle war noch komplett mit Schnee bedeckt. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass noch so viel Schnee liegt.“ Aufgrund der schönen Witterung die Tage zuvor sind sie auf eine solche Situation nicht vorbereitet. Doch zuvor geht es erstmal ins Wasser: „Wir sind den Grund abgetaucht, um zu sehen, ob irgendwo Bäume oder Steine ins Wasser gefallen sind.“

Dann arbeiten sie sich durch den Schnee bis zum Absprung vor, sinken immer wieder hüfttief ein. Mit Händen und Füßen befreien sie – so gut es geht – die Absprungstelle von Schnee und Eis, mit Zweigen und kleineren Ästen verschaffen sie sich einen sicheren Stand. „Die Absprungstelle ist relativ beengt, es ist nur Platz für einen Schritt Anlauf. Da muss man sich drauf verlassen können, dass man nicht wegrutscht“, erzählt Riede.

Ein kurzer Anlauf und schon geht‘s hinunter. Thomas Wunderlich macht einen Auerbachsalto, Rainhard Riede einen „Barani“ (Vorwärtssalto mit halber Schraube). Beide landen sicher im tiefen Wasser, ein Erinnerungsfoto und schon geht es wieder zurück Richtung Waldkraiburg. „Wir sind nur einmal gesprungen.“ Die Situation am Absprung sei einfach zu rutschig gewesen.

Rainhard Riede springt seit etwa fünf Jahren von Klippen. Vor allem Wasserfälle zählen zu seinen Lieblingsspots. „Der Absprung ist aber oft schwer und man muss weit rausspringen.“ Der Sprung an einem Wasserfall sei aber noch mal etwas Besonderes. Vergangenes Jahr absolvierte er am Gardasee seinen bislang höchsten Sprung. 39 Meter ging es am nördlichen Ende des Sees ins Wasser. Der offizielle Weltrekord liege bei 58,8 Metern. „Ab 15 Metern wird es gefährlich, ab 20 Metern Höhe merkt man beim Sprung jeden Meter.“ Für Riede ist mit 39 Metern aber noch nicht das obere Ende erreicht. „Ich will noch höher hinaus.“

Der Sprung im Video

Als Video gibt es den waghalsigen Sprung unter anderem im Internet unter www.ovb-online.de zu sehen.

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