Von A bis Z: 30 Jahre Haus der Kultur

von Redaktion

30 Jahre Haus der Kultur – ein Kulturzentrum, das Stadtgeschichte geschrieben hat und Geschichten erzählen kann. Wer weiß noch, dass die Staatsanwaltschaft wegen einer Kunstausstellung ermittelte und ein Theater- und Filmstar von der Bühne weg verhaftet wurde?

A – Amibetten: Klapprige Amibetten und eine Holzkiste waren oft das einzige Mobiliar, das Flüchtlinge und Vertriebene in den ersten Wochen und Monaten hatten, als sie in den frühen Nachkriegsjahren in den Lagerbaracken des ehemaligen Pulverwerks im heutigen Stadtgebiet von Waldkraiburg ankamen. Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Museumswürfel gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Lebensverhältnisse in den Baracken.

B – Bundessieger und Landessieger hat die städtische Sing- und Musikschule schon bei „Jugend musiziert“ hervorgebracht; der Regionalwettbewerb wurde lange Zeit von der Stadt ausgerichtet.

C – „Carmen“ von Georges Bizet: Große Oper – auch dafür steht das Haus der Kultur, das in jeder Saison im städtischen Programm in der Regel ein bis zwei Opern-Gastspiele präsentiert. „Carmen“ wird am 21. März gegeben.

D – „Der Geizige“ – ausgerechnet mit der Moliere-Komödie wurde im Frühjahr 2002 der Große Saal eröffnet. Dabei hat sich den die Stadt ordentlich was kosten lassen: 16 Millionen Mark! Jörg Pleva spielte damals die Hauptrolle und kam in dieser Saison wieder als Eddi, Frauenheld und übrig gebliebener Alt-68er in „Wir sind die Neuen“, übrigens ein Stück nach dem Erfolgsfilm von Ralph Westhoff, der in Waldkraiburg aufgewachsen ist.

E – Edles Glas: Das Glasmuseum im Haus präsentiert eine herausragende Sammlung von Glaskunst des 19. und 20. Jahrhunderts. In der Ausstellung wird den Besuchern die Tradition der Glasproduktion und -veredlung in der nordböhmischen Region um Haida auf sehr informative Art näher gebracht.

F – Fensterputzer haben ordentlich was zu tun, keine Frage bei 2545 Quadratmetern Glasfläche (ohne Bistro und Dach).

G – Garderoben: Genau acht stehen den Künstlern bei den Aufführungen im Haus zur Verfügung.

H – Handschellen: Es war kein Theater, keine Krimikomödie, als der bekannte Filmbösewicht, Bühnenschauspieler und Regisseur Claude-Oliver Rudolph von der Bühne weg im Haus der Kultur verhaftet wurde. Unmittelbar nachdem der letzte Vorhang für das Theaterstück „La Strada“ gefallen war, war die Polizei zur Stelle. Wegen fehlender Unterhaltszahlungen war Haftbefehl erlassen worden.

J – Ja-Wort: Was viele gar nicht wissen: Im Haus der Kultur können sich Paare nicht nur kennenlernen oder gemeinsam Kultur genießen, sondern auch standesamtlich heiraten und sich danach im Bistro Cult verwöhnen lassen.

K – Kaup, Peter, Architekt, der mit den Kollegen Scholz und Wortmann für die Pläne verantwortlich zeichnet. „Architekt“ im ideellen Sinn und nimmermüder Antreiber des Projekts: Jochen Fischer, heute Altbürgermeister.

L – Luftschutzkeller: Das wissen die wenigsten: Das Museumsdepot im Keller ist bombensicher. Denn unter dem Haus befindet sich einer der letzten Luftschutzbunker, die in der Bundesrepublik am Ende des Kalten Krieges noch gebaut wurden.

M – Mozart-Requiem: Ein grandioses Projekt, das Kulturhighlight des Jahres 2018; die gemeinsame Aufführung mit professionellen Tänzern des Ballettensembles Pforzheim und Sängern und Musikern aus Waldkraiburg und der Region markierte den Höhepunkt des „Tanzland“-Projekts, das mit Mitteln der Bundeskulturstiftung unterstützt wurde. Waldkraiburg war einer von bayernweit vier Standorten.

N – Neujahrskonzert: Beliebte Traditionsveranstaltung immer am 1. Januar eines Jahres, meist eine Operette, der in Waldkraiburg fast immer ein volles Haus sicher ist.

O – „Ohne Kultur fehlt dir was!“ – Mit diesem neuen einprägsamen Slogan und den damit verbundenen Werbekampagnen will das Haus neue Zielgruppen in der Stadt und im weiteren Umkreis erschließen.

P – Peter der Große: Mindestens für die Maffay-Fans gehören die beiden öffentlichen Generalproben des „Rockers“ vor seinem Tourstart 2009 im Haus der Kultur zu den legendären, bis heute unvergessenen Ereignissen im städtischen Kulturprogramm. Peter der Große kehrte damals in die Stadt seiner Jugend heim, die ihm übrigens auch eine kleine Abteilung im Stadtmuseum gewidmet hat.

Qu – Quadratmeter: 28 hat der kleinste von 14 öffentlichen Räumen im Haus – ein Konferenzraum, 500 Quadratmeter der Große Saal.

R – Ramona Masun hält als Mitarbeiterin dem Haus vom ersten Tag an die Treue. Seit 30 Jahren ist sie dabei.

S – Schwarzmarkt: Zeitweise waren Karten für den Stadtball so begehrt, als könnte man sich nur noch über den Schwarzmarkt Einlass verschaffen. Legendäre Motto-Bälle im Spielcasino von Monte Carlo oder beim Bullenreiten in der Black Box sind bis heute in Erinnerung. Dieser Hype ist vorbei, beliebt ist der Stadtball noch immer.

T – Thalbach, Name einer Berliner Theaterdynastie: Anna und Nellie spielen wieder am 15. März im Haus, die „Glasmenagerie“ von Tennessee Williams; Katharina war auch schon da, so wie viele andere herausragende Bühnen-, Film und Fernseh-Schauspieler: Erol Sander, Caterina Jacob, Ellen Schwiers, Dieter Hallervorden, Herbert Herrmann, Dominique Horwitz, Jörg Schüttauf und viele mehr.

U – Unglaublich, aber wahr! Gegen das Haus der Kultur und den Kunstverein Inn-Salzach leitete die Staatsanwaltschaft Traunstein vor vielen Jahren Ermittlungen wegen des Straftatbestands der Pornografie ein. In einer Ausstellung waren nackte Frauen zu sehen. Das gefiel nicht allen, die daran vorbei liefen. Drei Tage später und nach einem mächtigen Rauschen im regionalen und überregionalen Blätterwald, wurden die Ermittlungen eingestellt. Lang ist‘s her.

V – Vorhang auf! Das 94 Quadratmeter große gute Stück gibt den Blick frei auf das beste Stück im Haus, die 210 Quadratmeter große und 156 Meter hohe Bühne im Großen Saal. Sie eröffnet Möglichkeiten für Theater, Tanz, Musical, die weit und breit kein Kulturzentrum vorweisen kann.

W – Weg der Geschichte: Das Haus ist die erste Station dieses historischen Rundwegs, der Waldkraiburg und seine besondere Geschichte erschließt, für Besucher und für Bürger der Stadt ein Muss; Aha-Erlebnisse auf zwölf Kilometern RUndweg sind garantiert!

XY – Xynias Danaé: Name einer Künstlerin, die derzeit neben anderen renommierten zeitgenössischen Künstlern in der sehenswerten Ausstellung „Bloße Landschaft“ (bis 28. April) in der Städtischen Galerie vertreten ist. Die holt internationale Kunst in die Region und präsentiert ambitionierte Kunstschaffende aus der Region: Xynias Danaé lebt in Simbach – die niederbayerische Landschaft ist ihr Thema.

Z – Zauberlehrling; eines der Puppentheaterstücke aus dem reichen Repertoire des Klick Klack Theaters. Mit der Waldkraiburger Puppentheaterreihe und den Figurentheatertagen pflegt das Haus der Kultur diese kleine, aber feine Kunstform für kleine und große Leute.

Siehe Umfrage unten.

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