Mehr Chancen für Schulabbrecher

von Redaktion

„Be free“ – ein neues Projekt vom AWO-Projekthaus in Waldkraiburg will junge Erwachsene an Beruf und Ausbildung heranführen. Diese Woche war offizielle Einweihung.

Waldkraiburg – Das Projekt richtet sich an Jugendliche unter 23 Jahren, die ohne Schulabschluss und Ausbildung sind. Damit versprechen sich die Initiatoren mehr Chancen für einen Einstieg ins Berufsleben. Geldgeber sind hauptsächlich der Europäische Sozialfonds für Deutschland und das Jobcenter Mühldorf. Weitere Kooperationspartner sind der Landkreis und die Agentur für Arbeit.

Das Landkreisprojekt hat bereits im Oktober 2018 begonnen, in dem es zunächst darum ging, entsprechende Jugendliche zu finden, die bereit sind, das Projekt mitzumachen. Seit Januar befindet sich das Projekt in der Präsenzphase mit acht jungen Menschen zwischen 15 und 23 Jahren. „Das AWO-Projekthaus hat viel Erfahrung in der Begleitung junger Leute“, berichtet Einrichtungsleiter Markus Lutz. „Jagus ist ein Lichtblick für diese Menschen, um gesellschaftlich und beruflich Fuß zu fassen. Mir ist wichtig, die Menschen auch psychologisch und pädagogisch an die Hand zu nehmen.“ Der Projektname „be free“ sei von einem Projekt im Haus inspiriert, bei dem Jugendliche Bilder mit Graffiti erstellt haben. Der Schriftzug „be free“ sei unter anderem entstanden und nun Namensgeber. Und mit dem Thema Freiheit hat sich die Gruppe zunächst beschäftigt. „Die Teilnehmer haben selbst überlegt, was dies bedeutet,“ sagte Projektleiterin Andrea Lübben. „Später haben wir im Haus eine Umfrage gestartet.“ Daraufhin bat sie die Anwesenden ebenfalls, ihre Ansichten zum Thema Freiheit auf ein Plakat zu schreiben. „Es ist nicht immer einfach, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Aber Verantwortung übernehmen bringt Freiheit: Eine eigene Wohnung, eigenes Geld“, sagte Landrat Huber.

Auf die Frage, ob etwas bei der Umsetzung des Projektes vergessen wurde, nannte Projektleiterin Lübben eine schlechte Busverbindung von Buchbach nach Waldkraiburg. Ein Teilnehmer bewältige die Strecke derzeit mit dem Mofa. „Das war bei Schnee und Glatteis diesen Winter zu gefährlich,“ berichtet Lübben. „Und der Grund, warum der Teilnehmer einige Tage nicht an dem Projekt teilnehmen konnte.“

Das Projekt läuft über drei Jahre. Für jeden Teilnehmer plant Lübben eine Verweildauer von rund einem Jahr ein. Danach würden die frei gewordenen Plätze wieder neu belegt.

Individuell Ziele festlegen

Andrea Lübben ist Projektleiterin des Projekts „be free“ im Projekthaus Jagus. Ihrer Meinung nach gibt es zwei Dinge, die das Besondere am Projekt ausmachen. Das Erste ist das niederschwellige Aufsuchen von Jugendlichen: „Anlaufstellen für Jugendliche und Familien wie Schulen, Jobcenter oder Berufsberatung können sich nach Rücksprache mit betreffenden Jugendlichen mit uns in Verbindung setzen. Die jungen Menschen können sich auch direkt an uns wenden“, erzählt sie. Die Jugendlichen habe man dann zu Hause besucht und das Projekt vorgestellt. Das zweite Besondere sei, dass es keinen vorgegebenen Lehrplan gibt: „Es gibt keine vorgeschriebenen Inhalte. Wir können uns an den Bedürfnissen des Teilnehmers orientieren und individuell Ziele festlegen.“ So möchten einige eine Ausbildung machen, andere schnell arbeiten oder erst einmal einen Rhythmus in ihren Alltag bekommen. „Dabei streben wir eine ganzheitliche Förderung des Einzelnen an.“ahn

Artikel 1 von 11