Weichen für Edeka-Markt gestellt

von Redaktion

Einen Edeka-Markt mit 2200 Quadratmetern Verkaufsfläche will ein Investor im Bereich Bahnhofstraße/Kraiburger Straße/Staatsstraße 2091 errichten. Der Stadtentwicklungsausschuss hat mit der Einleitung eines Bauleitplanverfahrens die Weichen dafür gestellt.

Waldkraiburg – Es geht um das derzeit noch bewaldete Areal südlich der bestehenden Discounter und Märkte am alten Bahnhof, das auch schon als Standort für einen Baumarkt und andere Fachmärkte im Gespräch war. Auf einem Teil dieses Geländes soll der Lebensmittel-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von rund 2200 Quadratmetern realisiert werden.

Weil es sich damit um einen großflächigen Einzelhandelsbetrieb im Sinne der Landesplanung handelt, hat die Stadt eine Studie in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen der Neuansiedlung auf das Einzugsgebiet in Waldkraiburg und Umgebung sowie auf andere Einzelhandelszentren in der Region bewertet. Diese wurde durch eine Stellungnahme zur geplanten Ansiedlung weiterer kleinerer Einzelhandelseinheiten und -funktionen nördlich der Bahnhofstraße ergänzt.

Das Ergebnis der Studie, die 18 Wettbewerbsbetriebe in Waldkraiburg und den Nachbargemeinden Aschau, Ampfing und Kraiburg einbezieht: Die Kaufkraftabschöpfungsquote dieses Einzelhandelsstandortes liegt deutlich unter den im Landesentwicklungsplan (LEP) vorgegebenen Grenzwerten. Eine Gefährdung des innerstädtischen Einzelhandels durch die beabsichtigten Vorhaben sei nicht zu erwarten.

Auch im Hinblick auf die Umlenkung von Umsatz aus anderen Einzelhandelszentren kommt die Studie zu dem Resultat: Die Grenzwerte des LEP werden deutlich unterschritten. Das Fazit: Städtebaulich wie raumordnerisch stimmt das Vorhaben mit den landesplanerischen Zielen zur Steuerung des großflächigen Einzelhandels überein.

Um die Bauleitplanung zügig abzuwickeln, hat der Ausschuss beschlossen, den Bebauungsplan für den Bereich Bahnhofstraße/Kraiburger Straße/Staatsstraße 2091 in zwei Bauabschnitte zu unterteilen:

Bauabschnitt 1 umfast das Gebiet zwischen Bahnhofstraße und Bahnlinie. Ziel der Stadt ist es hier, die städtebaulich unbefriedigende Brache aufzulösen und durch ein Gewerbegebiet im Osten und ein Mischgebiet im Westen aufzuwerten. Für das Gewerbegebiet beabsichtigt der Eigentümer unter anderem Angebote wie Baumarktartikel, Zooartikel, Tierzubehör, Autoteile und Autozubehör. Ein in diesem Bereich widerrechtlich zerstörtes Biotop kann nicht wieder hergestellt werden. Es brauche Ausgleichsflächen, so Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung. Weil die Flächen entlang der Bahntrassen aber von der Autobahndirektion aufgekauft wurden, wurde lange vergeblich nach einer Lösung gesucht. Auf Vorschlag des Landratsamtes sei sie mittlerweile gefunden.

Als Mischgebiet soll das Grundstück mit dem alten Bahnhof ausgewiesen werden, da im Erdgeschoss eine gastronomische Nutzung (Restaurant) und darüber eine Büro- und Wohnnutzung vorgesehen ist. Das Gebäude liegt an der äußersten Grenze der Schutzzone, die nach der Seveso-III-Richtlinie in der Umgebung zweier Störfallbetriebe ausgewiesen ist. Die beabsichtigte mischbauliche Nutzung sei tolerabel und könne weiter verfolgt werden, so Carsten Schwunck.

Bauabschnitt 2 schließt das restliche Gebiet zwischen der Bahnhofstraße, der Kraiburger Straße und der Staatsstraße ein. Ziel der Planung ist es hier, den vorhandenen Einzelhandel (Lebensmittel- und Textildiscounter, Drogerie- und Getränkemarkt) im Bauleitplan darzustellen und den geplanten Edeka-Markt zu etablieren.

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