Waldkraiburg – Dass er ohne „Whats-App“ hinterm Mond lebt, wurde Günter Ebenbeck auf einer Gruppenreise deutlich und erhielt daraufhin ein Smartphone geschenkt. Der Kolping-Vorsitzende begeisterte mit seinem Part schon eingangs des 34. Kappenabends, den die Kolpingsfamilie im voll besetzten Saal des Bischof-Neumann-Hauses wieder organisierte, das Publikum.
Den „geistlichen Hausherrn mit Gefolge“ begrüßte er zusammen mit seinem Moderatoren-Team Stephanie Holzner und Volker Rohra unter den zahlreichen Besuchern ebenso wie auch die drei Bürgermeister und einige Stadträte. Der Erlös des Kappenabends ist diesmal für das AWO Jugendwohnprojekt Kolbing gedacht.
Im Brennpunkt standen spektakuläre Begebenheiten aus Pfarrei, der Stadt und dem Umland, wobei die Moderatoren mit lustigen Anekdoten die Programmpunkte ankündigten. Das Prinzenpaar Chantal I. und Termet I. zeigte ihren Showtanz und stattete den Kolping-Vorsitzenden mit einem Faschingsorden aus.
Dass sich Ilse Aigner für die BR-Radltour extra ein „Radl-Dirndl“ anschaffte, wussten die zwei „Kirchplatzratschn“ Stephanie Holzner und Christine Rabl in ihrem Jahresrückblick ebenso zu berichten wie auch das „von oben“ gesteuerte „Aus“ der Fußball-WM zugunsten der Primiz in Kraiburg. „Sanierung oder Neubau des Rathauses“ gehörte ebenso zu ihrem Repertoire wie auch das „Wechselbad der Gefühle“, worauf sie mit Prosecco etwa auf „100 Jahre Wahlrecht der Frauen“ anstießen.
In gekonnter Manier berichtete Büttenredner Volker Rohra vom „Freizeit-Handwerker“, der eine Glühbirne vom Elektromeister mit zwei Gesellen einschrauben lässt und selbst ein „Katzenklo“ baut, das jedoch – wie auch seine Werkstatt – „für die Katz“ ist.
Das Seelsorgeteam wartete mit musikalischen Gstanzl’n auf, die in Pater Stieglers Erwartung mündeten: „So hab‘ ich mich verkleidet, dass alle ihr könnt seh’n, Frauen auch als Priester, das wär doch wunderschön!“ Der Refrain darauflautete: „Das wird noch kommen….“.
Mit den Loriot-Einaktern „Feierabend“ und „Zwei Herren im Bad“ hatte das Stadttheater Waldkraiburg die Lacher auf seiner Seite.
Zu den gelungenen Beiträgen „aus dem Inntal“ zählte „Der Pürtner Dorfplatz“ vom Frauenbund, „der so allerhand Geschehnisse wahrnimmt“. Die „Inntal-Ballerinos“ versetzten in ihrem Auftritt „Zurück in die 80er“, der in Nenas „99 Luftballons“ mündete. „A Gla-serl Eigen-Urin – gezapft vom Morgenstrahl“ – dies empfahl das „Trasner Quintett“ bei ihrem Singspiel als „Allheilmittel“ und verteilte „Kostproben“ im begeisterten Publikum.
„Es könnte eine schöne Kreuzfahrt sein und ein Traumhafen für das neue Waldbad, wenn nur die Meuterei von Aschau nicht gewesen wäre – do soist dann no ,schee schaug’n‘, lautete das Fazit vom „Zeitungsleser“ (Annegret Weinbauer), der unbedingt „sein Bankerl“ braucht und aus Waldkraiburg das „Dubai im Landkreis“ machen würde.
In ihrer 16. „Stadtratssitzung“ beim Kappenabend stellte die Kolpingsfamilie Waldkraiburg als „autofreie Stadt“ heraus – mit Leihfahrrädern und -rollstühlen. „Elektrische Laufbänder“ vom Berliner Bär bis zur Bayernbrücke wären auch bei der Fronleichnams-Prozession von Vorteil. Mit Einrädern und weiteren „fahrbaren Untersätzen“ wurde die Idee auch dem „echten“ Bürgermeister schmackhaft gemacht.