Unterschlupf auf fünf Etagen

von Redaktion

Das Thema Artenvielfalt ist in aller Munde, jeder kann einen Beitrag dazu leisten. Einen Unterschlupf für Insekten haben Georg und Eduard Meindl gebaut. Auf fünf Etagen bietet sich Platz für verschiedene Insekten.

Aschau – Die zwei Brüder Georg und Eduard Meindl aus Howaschen bei Aschau haben etwas ganz Besonderes für den Umweltschutz geleistet: Sie haben in zusammengerechnet 100 Arbeitsstunden ein Insektenhotel gebaut. Schon lange vor Beginn des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen!“ haben die beiden ihre Idee in die Tat umgesetzt. Auslöser dafür war eine kaputte Buche auf ihrem Grund.

Während die Krone des Baums marode war, erwies sich der Stamm als noch in Ordnung. Da keimte in ihnen der Gedanke, ein Insektenhotel zu bauen, vor allem, weil sie bemerkten, dass immer mehr Grünflächen versiegelt werden. Es folgten Recherchen im Internet, es wurde gegoogelt, was das Zeug hielt. Schließlich hatten die Brüder einen Entwurf im Kopf, den sie in die Tat umsetzten.

Manche Materialien hatten sie vorrätig, andere mussten beschafft werden. Der Korpus des Insektenhotels besteht aus massivem Lerchenholz, das Dach aus Blech. Im Inneren gibt es für verschiedene Insekten verschiedene „Zimmer“: Ameisen, Fliegen und Käfer bevorzugen Tannen- oder Kiefernzapfen als Quartier. Wespen legen ihre Brut gerne in Bambusröhrchen oder Schilfrohrzweige.

Im Übrigen sind Wespen Nütz- und keine Schädlinge. Bei ihrer Nahrungsaufnahme bestäuben sie Blüten im Garten. Bienen nisten gerne in angebohrten Rundhölzern (Durchmesser vier oder sieben Millimeter). Schmetterlinge verstecken sich gerne in hohlen Räumen und suchen dort Rast und Unterschlupf.

Das Hotel weist die Grundmaße von 80 mal 80 Zentimetern auf, die Höhe beträgt einen Meter. Es wiegt etwa 150 Kilogramm.

Das kürzlich fertiggestellte Insektenhotel wartet nun auf „Gäste“: Sämtliche Insekten sind willkommen, seien es Wildbienen oder Wespen, Käfer, Fliegen oder Ameisen. Vor allem hoffen Georg und Eduard Meindl auf Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Zitronenfalter oder Taubenschwänzchen.

Laut Georg Meindl ist ihr Insektenhotel das einzige seiner Art in der näheren Umgebung. Wer das Hotel der anderen Art gerne bestaunen will, der macht sich am besten bei sonnigem, trockenem, windstillem Wetter auf den Weg nach Howaschen.

Attraktiv für die Bewohner sein

Lebensräume für Insekten werden immer weniger. Um so mehr sind die Tiere auf künstliche Räume angewiesen. Ein Insektenhotel erfüllt genau diesen Zweck: eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe. Egal ob groß oder klein, die freistehend oder hängend an Bäumen und Hauswänden – Insektenhotels gibt es immer mehr. Zumeist sind sie auf – aus Gärtnersicht – nützliche Insekten ausgerichtet. Die Artenvielfalt ist erstaunlich: Hummeln und Wildbienen, verschiedene Wespen, aber auch Flor- und Schwebfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer, Glühwürmchen und Schmetterlinge ziehen hier gerne ein. Doch um als Betreiber eines Insektenhotels erfolgreich zu sein, braucht es mehr als eine schöne Einrichtung. Viel wichtiger ist die Umgebung: Einheimische Sträucher, Blumen, Wildkräuter und Wiesenblumen bieten den Insekten genug Nahrung und halten sie am Standort. hra

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