Falsches Gewinnversprechen

von Redaktion

Eine beliebte Masche: Dem Anrufer wird vorgegaukelt, dass er eine Reise gewonnen hat. In Wahrheit geht es nur darum, an die Bankverbindung zu kommen. Eine Rentnerin erhielt einen solchen Anruf. Die Polizei warnt vor falschen Gewinnversprechen am Telefon.

Waldkraiburg – Es klingt verlockend: Eine viertägige Reise nach Wien oder Prag, Unterkunft in einem Fünf-Sterne-Hotel, inklusive An- und Abreise. Dazu noch ein Los für die Fernsehlotterie. Eine 80-jährige Rentnerin aus Waldkraiburg durfte sich zu 50 glücklichen Gewinnern aus ganz Deutschland zählen. So zumindest hat es ihr eine Anruferin geschildert. Doch hinter dem Gewinnversprechen steckt nichts anders als versuchter Betrug.

Alle zehn Jahre würden vier namhafte Verlage eine Jubiläumsveranstaltung organisieren und dazu 50 Reisen unter allen aktuellen und ehemaligen Abonnenten verlosen. Verständlich, dass sich die Rentnerin über ihren Gewinn freute, ihren ersten noch dazu. Ihren Namen will sie lieber nicht in der Zeitung lesen.

Doch die Anruferin hat mit ihrer Masche keinen Erfolg: Denn ihre Tochter hört das Gespräch zufällig mit und wurde misstrauisch. Erst recht, als die Frage nach der Bankverbindung kam. Denn an den Gewinn sei der Abschluss eines Jahresabos einer Zeitschrift gekoppelt. „Meine Mutter hat‘s geglaubt und ich muss sagen, die Anruferin war sehr überzeugend.“ Auch deshalb, weil es hieß, dass die Verlage mit den örtlichen Zeitungen zusammenarbeiten würden. Also mit der Heimatzeitung, bei der ihre Eltern ein Abo haben.

Dennoch kommt sie ins Grübeln, hakt nach und wird abgeblockt. „Unterlagen für die Reise hätte ich erst bekommen, wenn ich das Angebot angenommen hätte. Zeit zum Überlegen gab es nicht“, erzählt die Tochter. Entweder das Angebot sofort annehmen oder der Gewinn fällt jemand anderem zu.

Je länger das Gespräch dauerte, desto „pampiger“ wurde die Anruferin. „Ich sei die einzige, die so misstrauisch wäre, sagte man mir. Es waren am Ende dann doch zu viele Ungereimtheiten.“ Trotzdem kommt sie ins Grübeln, ob sie ihren Eltern nicht doch den Gewinn einer Reise vermasselt habe.

Doch sie hat die richtige Entscheidung getroffen. Denn Gewinnversprechen am Telefon sind eine beliebte Masche, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt. Wie viele auf diesen Trick reinfallen, ist schlecht zu sagen. Es gebe eine Dunkelziffer: Manche lassen sich darauf ein, würden sich aber aus Scham bei der Polizei nicht melden. Andere wiederum würden den Schwindel erkennen, legen auf, informieren aber die Polizei nicht.

Professionelle Call Center – oft mit Sitz im Ausland – würden in „betrügerischer Absicht“ am Telefon falsche Versprechen. Bezahltes Geld fließe oft ins Ausland, die Wege damit nicht mehr nachvollziehbar. Die Schäden seien in solchen Fällen oft nicht so groß. Opfer seien meist ältere Menschen. „Deren Gutgläubigkeit wird ausgenutzt.“ Um so wichtiger sei es, dieses Phänomen potenziellen Opfern bekannt zu machen.

„Ein seriöses Unternehmen übt keinen Druck auf Anrufer aus“, heißt es von der Polizei. Meist würde man schriftlich über einen Gewinn informiert werden, ein Rückruf sei dann auch möglich. Die Heimatzeitungen machen jedenfalls keine solchen Gewinnversprechen am Telefon.

Telefonischen Gewinnversprechen sollte man keinen Glauben schenken. Die Polizei rät, keinesfalls die Bankdaten herauszugeben, sich die Nummer notieren und bei der Polizei melden. Denn eins ist klar: „Einen Gewinn wird es nicht geben.“

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