„Für Leute mit schwarzem Humor“

von Redaktion

Interview Kraiburger Schauspielerin Ina Meling spielt Hauptrolle bei „Akte Lansing“

Kraiburg – Mysteriöse Vorfälle am Set von „Dahoam is Dahoam“: Mit der Mediensatire „Akte Lansing“ nimmt der Bayerische Rundfunk seine eigene Erfolgsserie auf den Arm. Die weibliche Hauptrolle spielt Ina Meling, die aus Kraiburg stammt.

Sie spielen in der Serie die Produktionsassistentin Cilli. Wie beschreiben Sie Ihre Rolle?

Cilli ist bodenständig und heimatverbunden. Als Produktionsassistentin laufen bei ihr die Fäden zusammen, sie ist die gute Seele des Teams. Insgeheim sucht sie nach der großen Liebe.

Erkennen Sie sich selbst in Cilli?

Wir sind uns schon sehr ähnlich. Ich liebe es, zu organisieren und für alle zu planen.

Mussten Sie lange überlegen, nachdem Sie das Drehbuch gelesen hatten?

Das Drehbuch war eine perfekte Vorlage, um Spaß zu haben. Der Plot und die Dialoge von unserem Autor Georg Büttel waren super, dann noch die Kollegen und ich war Feuer und Flamme. Dass sich der Bayerische Rundfunk mit dieser Satire-Sendung selbst aufs Korn nimmt, das ist mutig und nicht selbstverständlich. Ich finde es toll, dass der BR ein neues Genre umsetzt.

„Akte Lansing“ ist eine Satire-Sendung auf die erfolgreiche Serie „Dahoam is Dahoam“. Darf man so etwas machen?

Man kann nur etwas karikieren, was Bestand hat. „Dahoam is Dahoam“ darf sich daher geehrt fühlen, das ist wie am Nockherberg. Einige Hauptdarsteller haben bei „Akte Lansing“ selbst mitgespielt und ihre Rolle konterkariert. Für sie war es kein Frevel, ganz im Gegenteil: Sie haben sich köstlich amüsiert. Ihnen hat es ganz einfach Spaß gemacht, mal etwas anderes von sich zu zeigen.

Gefällt „Akte Lansing“ auch eingefleischten „Dahoam is Dahoam“-Fans?

Die Serie spricht alle an: „Dahoam is Dahoam“-Fans und Leute mit schwarzem Humor. Da wird sicherlich jeder etwas für sich finden.

Was verbinden Sie selbst mit „Dahoam is Dahoam“?

Viele Kollegen von mir spielen bei der Serie mit, daher verbinde ich ziemlich viel damit. Das sind lang gehegte Freundschaften.

Welche Herausforderungen gab es beim Dreh?

Die Serie hat sechs Folgen á 20 Minuten. Dafür hatten wir genau 14 Drehtage gebraucht, das ist Wahnsinn. Jeder musste auf den Punkt da sein, gut vorbereitet sein, damit alles funktioniert. Manche Komponenten waren aber nicht zu berechnen, wie zum Beispiel das Wetter. Wir hatten im November 2017 gedreht und recht viele Außenszenen. Das machte das Ganze spannend.

Was war für Sie persönlich die größte Herausforderung?

Die gab’s schon am ersten Drehtag: Ich hatte mit Stefan Murr eine Liebesszene, in der wir uns wild geküsst haben. Wir kannten uns zwar, aber wir hatten zuvor noch nicht miteinander gearbeitet. Für eine andere Szene musste ich in einem feuchten Gewölbe in einem halb zerrissenen Dirndl stehen, ein Windventilator war an. Ich hab so gefroren, dass ich blaue Lippen bekam und die Maske immer wieder nachschminken musste.

Sie stammen aus Kraiburg. Sind Sie noch oft daheim?

Ich besuche regelmäßig meine Eltern, seit ich eine kleine Tochter habe sogar noch etwas öfter. In München wohne ich quasi mitten im Leben, in Kraiburg kann ich Kraft tanken.

Welche Projekte gibt es aktuell?

Gerade stehe ich für „SOKO München“ vor der Kamera und spiele eine biedere Apothekerin. Außerdem stehe ich in dem Stück „Der Gott des Gemetzels“ – in Mundart – auf der Bühne. Für dieses Stück haben wir vom Kulturreferat München den Innovationspreis erhalten. Das würde ich auch gerne mal in meiner alten Heimat aufführen.

Bayerische Satire-Serie

„Akte Lansing“ nimmt den Serien-Dauerbrenner „Dahoam is Dahoam“ aufs Korn. Die bayerische Satire-Serie thematisiert rätselhafte Vorgänge hinter den Kulissen des Kult-Formats. Die sechsteilige Serie ist seit Donnerstag in der BR Mediathek abrufbar. Im Fernsehen ist „Akte Lansing“ am 4. und 11. April jeweils um 22.45 Uhr zu sehen – aufgeteilt in zwei mal drei Folgen á 20 Minuten.