Waldkraiburg – Drei Wochen nach dem völlig überraschenden Tod des langjährigen Waldkraiburger SPD-Stadtrates und Umweltreferenten Gerd Ruchlinski zeichnet sich ab, wie die Nachfolge in den einzelnen Bereichen geregelt wird.
Als Nachrückerin zieht Anneliese Will in den Stadtrat ein. Sie hatte bei den Kommunalwahlen 2014 den Einzug in das Gremium ebenso wie ihr Mann Alexander knapp verfehlt. 2017 wurde ihr Mann als Nachfolger des verstorbenen Reinhard Babiak Mitglied im Stadtrat, in der Sitzung am 26. März wird die 59-Jährige vereidigt. Erstmals gehört damit also ein Ehepaar dem Stadtrat an.
Anneliese Will ist von Beruf Altenpflegerin und stammt aus Siebenbürgen. Deshalb liegen ihr soziale Themen, Heimat- und Kulturvereine am Herzen, wie sie auf Anfrage sagt.
Ein Anliegen Wills, bisher ein „privates Anliegen“, ist der Erhalt des Waldbads am bestehenden Standort. In ihrer neuen Rolle könnte die Position der SPD-Stadträtin entscheidend für neue Mehrheitsverhältnisse in dieser Frage sein. Denn Gerd Ruchlinski hatte sich bei den Abstimmungen im vergangenen Jahr für eine Neubau-Lösung ausgesprochen. Mit den Stimmen der UWG, des Bürgermeisters und der Hälfte der SPD-Fraktion gegen die Stimmen der CSU und der anderen SPD-Hälfte gab es damit die denkbar knappste Mehrheit (16:15) Stimmen gegen eine Sanierung des Waldbads.
Sind damit die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat in Sachen Waldbad zugunsten der Sanierung gekippt? SPD-Fraktionschefin Susanne Engelmann ist auf Urlaubsreise und derzeit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zweiter Bürgermeister Richard Fischer, der anstelle Ruchlinskis künftig auch stellvertretender SPD-Fraktionssprecher ist, stellt auf Anfrage klar: Die Mehrheit der Fraktion (4:2) sei nun für eine Sanierung des Waldbades.
„Dafür stehen wir. In diesem Sinne werden wir unsere Argumente einbringen.“ Gleichzeitig beteuert Fischer, am vereinbarten Verfahren zur Entscheidungsfindung in Sachen Freibad/ Waldbad festhalten zu wollen. Ein Antrag aus der SPD, schon jetzt die Weichen im Stadtrat für den Erhalt des Waldbades zu stellen, werde er zurückziehen.
Ergebnisse der Projektgruppe bis
zur Sommerpause
Die SPD werde sich an der Projektgruppe unter Einbeziehung der Vereine und interessierter Bürger zur Vorbereitung der Waldbad-Entscheidung beteiligen. Allerdings bestehe man auf eine zeitliche Begrenzung. Bis zur Sommerpause sollten Ergebnisse der Projektgruppe vorliegen, die in der Stadtratssitzung am 26. März eingerichtet wird.
Eine entsprechende Stellungnahme kündigte er für die Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung am gestrigen Abend an (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet).
Gerd Ruchlinskis Sitz im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss sowie im Aufsichtsrat der Stadtwerke GmbH soll auf Vorschlag der SPD-Fraktion Alexander Will übernehmen; den Sitz im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Ortsteile Richard Fischer.
Besonders groß ist die Lücke, die Gerd Ruchlinski als Umweltreferent des Stadtrates hinterlässt. 15 Jahre lang brachte der langjährige Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Kompetenz und Sachwissen ein. Die SPD wird dieses Amt nicht mehr beanspruchen, auch nicht mit der notwendigen fachlichen Qualifikation besetzen können, so Fischer.
Als Nachfolger im Amt des Umweltreferenten ist mit Done Brunnhuber ein Stadtrat der UWG im Gespräch. Darauf haben sich nach Informationen unser Zeitung die Fraktionen bereits verständigt. Brunnhuber bringt als Voraussetzungen für diese Aufgabe seine langjährige Erfahrung als Jäger, zertifizierter Baumkontrolleur und qualifizierter Baumpfleger sowie einen artenschutzrechtlichen Lehrgang mit.