Waldkraiburg – Morgen ist es wieder Zeit für „Fridays for Future“. Weltweit haben sich Schüler der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg angeschlossen. Auch Schüler am Gymnasium Waldkraiburg haben sich bei den vergangenen Streiks in München beteiligt.
„Es ist ein berechtigtes Anliegen der Schüler. Würden sie Freitagnachmittag oder am Samstag streiken, wäre die Aufmerksamkeit nicht in diesem Maße da.“ Schulleiter Helmut Wittmann hat Verständnis für die Schüler, die ein Zeichen für den Klimaschutz setzen wollen. Vor einigen Wochen schon hätten ältere Schüler ihn auf das Thema angesprochen, wie er damit umgehe. Es brauche auf jeden Fall eine „kreative Lösung“ für die Freitagsdemonstrationen. Und die hat er auch gefunden. „Die Schüler müssen quasi in einem Bewerbungsschreiben erklären, warum sie an einer Demo teilnehmen wollen.“ Und den Schülern müsse auch bewusst sein, dass eine Teilnahme an der Demo durchaus auch Nachteile haben kann: Der Stoff muss nachgeholt werden, angekündigte Klausuren, die man verpasst, werden mit null Punkten bewertet.
Und eine Aufgabe gibt Wittmann den Schülern mit auf den Weg: „Jeder Schüler soll ein Selfie auf der Demo machen.“
Außerdem müsse das Bewerbungsschreiben von einem Elternteil unterschrieben sein – auch bei volljährigen Schülern. Das bringe die Diskussionen zum Thema Klimaschutz damit auch in die Familien.
Dem Schulleiter war ein „formales Gerüst“ wichtig. „Die Demonstrationen sind nicht einmalig und es macht ja Sinn, dass jeden Freitag jemand kommt.“ Deshalb gebe es für jeden „Friday for Future“ ein Kontingent, wie viele Schüler fahren dürfen. Der Betrieb in den einzelnen Klassen solle nämlich nicht beeinträchtig sein, weil zu viele nicht da seien. Wer an einem Freitag nicht fahren darf, der macht dies eben an einem anderen Freitag. „Die Schüler habe ich vorab informiert über die Bedingungen. Etwa 30 bis 35 Schüler sind zu der Versammlung gekommen.“ Auf die leichte Schulter genommen haben die Schüler die Bewerbung nicht. Ausführlich hätten sie ihre Beweggründe geschildert. „Ich denke, die Lösung ist durchaus zu vertreten“, ist Wittmann überzeugt.
An vier Freitagen seien bislang 15 Schüler ab der zehnten Klasse zu den Demonstrationen nach München gefahren. Auch diesen Freitag wollen wieder einige Schüler bei „Fridays for Future“ dabei sein. Etwa sieben Bewerbungen hatte Schulleiter Helmut Wittmann bis gestern auf dem Tisch liegen.