Relikt aus der Kriegszeit wird erneuert

von Redaktion

Im Zuge der Erweiterung des Innkraftwerks und -kanals werden auch zwei Brücken auf Waldkraiburger Stadtgebiet neu gebaut: bei Au-Moos und bei Hart. An der Harter Brücke ist auch der sogenannte Munakanal betroffen, der erneuert werden muss.

Waldkraiburg – Er ist ein Relikt aus der Kriegszeit. Damals gehörte der Munakanal zur Infrastruktur des Pulverwerks. Während viele andere Leitungen und Einrichtungen heute keine Bedeutung mehr haben, kommen diesem Kanal nach wie vor zwei wichtige Funktionen zu.

Über diese Leitung werden Kühlwasser von zwei Waldkraiburger Industriebetrieben entsprechend den wasserrechtlichen Regelungen in den Inn abgeführt. Und: Bei einer Still- oder Trockenlegung des Innkanals dient der Munakanal den Stadtwerken als Notableitung für das geklärte Abwasser. Dieses fließt bei Normalbetrieb in den Innkanal. Bei einer Stilllegung des Kanals ist das nicht möglich, dann muss das geklärte Abwasser von der Kläranlage über den Munakanal zum Inn gepumpt werden. Laut Christian Erdösi, dem Leiter der Kläranlage, ist in den nächsten Jahren eine solche vorübergehende Stilllegung des Innkanals wieder im Gespräch.

Die Harter Brücke, an der der Munakanal hängt, wird im Zuge der laufenden Erweiterungsarbeiten durch den Kraftwerksbetreiber Verbund abgerissen und neu errichtet. Die Kosten für die Erneuerung des Munakanals müssen die Stadtwerke tragen wie Werkleiter Herbert Lechner im Werkausschuss erklärte. Dies gehe noch auf eine „Uraltdienstbarkeit“ aus dem Jahr 1941 zurück, die für die Stadt als Rechtsnachfolger bis heute gelte. Nach vorläufigen Schätzungen gehe es um eine Größenordnung von etwa 100000 Euro.

Für die Bauphase der Harter Brücke sei keine Reserveleitung notwendig. Die Kühlwasser der beiden Industriebetriebe können in diesem Zeitraum über den städtischen Kanal abgeleitet werden.

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