Aschau – Eine lebhafte Diskussion zu aktuellen Aschauer Themen gab es in der Jahreshauptversammlung der CSU. Sehr heftig kritisiert haben Mitglieder, dass in Aschau ein Mittelpunkt fehle. Es gebe kein Wirtshaus, wo man mittags essen oder einen Stammtisch besuchen könne, wo eine Hochzeit gefeiert oder ein Leichentrunk begangen werden könne. Da müsse man nach Ampfing, Jettenbach oder Waldkraiburg ausweichen.
Dazu Ortsvorsitzender Thomas Wintersteiger: Zum Pichlmeier-Areal erarbeite der Gemeinderat eine Lösung, um dieses langfristig sinnvoll zu nutzen. Alle Aschauer Bürger können sinnvolle Vorschläge einbringen.
Zum Thema Wohnraum meinte Wintersteiger: Mit einer Planung, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, soll gesundes Wachstum erreicht werden. Auch die Wünsche bestehender Firmen sollen mit eingebracht werden.
Zum Thema „Schwimmbad“ will man in Aschau erst die Entwicklung in Waldkraiburg abwarten. Den vorgesehenen Standort am Kreisverkehr hält Wintersteiger weiterhin für günstig.
Gemeinsame Liste ist wohl vom Tisch
Wortmeldungen einzelner CSU-Mitglieder, eine gemeinsame Liste bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2010 aufzustellen, entgegnete der Ortsvorsitzende auf Nachfrage, diese nicht mehr weiter verfolgen zu wollen.
Eine der nächsten Aufgaben wird sein, einen geeigneten Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters aufzustellen. Ein Antrag von Hans Wax wurde schließlich positiv beschieden. Er forderte eine klare Positionierung der Aschauer CSU unter dem Motto: „Das wollen wir!“
Schatzmeister Christian Weyrich konnte über schwarze Zahlen sprechen, das Guthaben von 952,17 Euro habe sich durch Beiträge und Spenden auf 1480,18 Euro erhöht.
Bei den Neuwahlen des Vorstands gab es vereinzelte Veränderungen (siehe Infobox). Max Balhuber ist seit 30 Jahren Mitglied bei der CSU, Peter Rieder seit 20 Jahren.
Das Hauptthema des Abends gestaltete der CSU-Kreisvorsitzende Marcel Huber. Er zeigte sich besorgt, dass unsere Gesellschaft in den letzten Jahren zu Extremen neige, auch bestehe der Trend zu Verkürzung, Vereinfachung und Popularisierung. Huber kritisierte Staaten, die mit einem Tweet regiert werden, wo es doch klärender Worte bedürfe.
Wenn Huber an die Europawahlen im nächsten Jahr denkt, hat er Angst, dass etwas kaputt gehen könnte. Er kritisierte EU-Mitglieder aus Südosteuropa, die nur wegen finanzieller Vorteile in der Gemeinschaft seien. In fast allen Nachbarländern Deutschlands sind Gruppierungen an der Macht, die äußerst europakritisch seien. Laut aktueller Wahlprognosen könnten diese Gruppen die Zahl ihrer Sitze im nächsten Europaparlament verdoppeln.