Kraiburg – Neue Baugebiete brauchen neue Straßennamen. Die wurden in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates vergeben. Einstimmig hat das Gremium einen Vorschlag für das Baugebiet „Kumpfmühle“ befürwortet: die Straße im Osten soll „An der Kumpfmühle“ heißen. Ebenso einig waren sich die Räte bei der Bezeichnung „Keltenweg“ für das teilweise an die Römerstraße anschließende Baugebiet.
Das Baugebiet an der Jettenbacher Straße wird von einer „Pfarrer-Hamberger-Straße“ erschlossen. Damit ehrt die Gemeinde Pfarrer Josef Hamberger, der 37 Jahre lang als beliebter Seelsorger in Kraiburg wirkte, davon 31 Jahre lang als Leiter des Pfarrverbandes, der 1972 gegründet wurde. Hamberger war maßgeblich an dessen Auf- und Ausbau beteiligt.
Am 28. November 1931 erblickte Hamberger in Schnaitsee das Licht der Welt, wo er auch die Volksschule besuchte. Nach der Oberrealschule und dem Gymnasium war er im Priesterseminar in Freising. 1958 wurde er zum Priester geweiht.
Nach seiner Kaplanszeit in Bad Tölz bekam er 1966 die Pfarrstelle in Kraiburg, wo er nicht nur in der Kirche, sondern auch in der politischen Gemeinde sowie im Vereins-, Kultur- und Gesellschaftsleben eine wichtige Rolle einnahm. Seine Beliebtheit wurde durch die große Gratulantenschar bei seinem goldenen Priesterjubiläum 2008 deutlich.
Die Renovierung von 15 Kirchen des Pfarrverbandes, der Neubau des Kindergartens St. Bartholomäus, der Bau des Bischof-Bernhard-Hauses oder die Schaffung von Baugrund zählten zu den Maßnahmen, für die sich der Pfarrer einsetzte. Unvergessen sind seine „Ostermärlein“ und jahrzehntelang zelebrierte er den „Josefi-Gedenkgottesdienst“ für den Schützengau. Ein Zeichen, das überregional für Aufsehen sorgte, setzte der Geistliche, als er einen Jungen aus Indien an Sohnesstatt annahm.
Zu seinem 70. Geburtstag wurde Hamberger im Jahr 2001 die Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Kraiburg verliehen. Ende 2003 wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Kurz vor seinem 79. Geburtstag ist er am 20. November 2010 verstorben.