Waldkraiburg – „Weniger Hausaufgaben, um Papier und Plastik zu sparen“ – vielleicht nicht ganz ohne Hintergrundgedanke kam der Vorschlag eines Schülers bei der Klassensprecherversammlung. Doch Papier und Tintenpatronen lässt sich damit allemal einsparen. Denn genau darum ging es ja bei der Versammlung: Was lässt sich für den Klimaschutz vor Ort tun? Wie soll die Schule mit „Fridays for future“ umgehen?
Auslöser war der Wunsch einiger Schüler und der SMV, im Zusammenhang mit „Fridays for future“ etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Ziel der Versammlung mit 58 Klassensprechern aller Jahrgangsstufen war es nun, Ideen und Aktionen gemeinsam zu diskutieren.
Eine erste Idee – noch vor der Versammlung – war eine Großdemo zum Rathaus. Die Planung war aber zu kurzfristig, also musste eine andere Lösung her. Doch auch hier hätte gegolten: Schüler, die während der Schulzeit demonstrieren, müssen dies vorab ausführlich begründen und einen Antrag bei der Schulleitung stellen. Wird diesem zugestimmt, muss der Schüler auch mit den Konsequenzen in Form eines Verweises rechnen. „Ich habe gar kein Problem damit, wenn das Thema in der Schule aufgegriffen und thematisiert wird, aber falls Demos in der Zeit geplant sind, müssen die Schüler mit Konsequenzen rechnen, ganz klar“, sagt Schulleiter Werner Groß. So ein Verweis sei nichts Schlimmes. „Es macht in meinen Augen keinen Sinn, den Schülern pauschal einen Freibrief auszustellen, nur weil sie während der Unterrichtszeit demonstrieren wollen.“ Es sei eine gute Sache, wenn sich die Schüler selbst einsetzen. „Wobei wahrscheinlich wesentlich mehr Schüler dabei wären, wenn die Demonstration während der Schulzeit ist“, sagte Groß.
Doch welche Ideen gibt es noch, um das Thema schulintern anzupacken? Von den Schülern kam eben unter anderem der Vorschlag, weniger Hausaufgaben, der aber recht schnell wieder aus dem Gespräch war. Intensiver diskutiert wurde hingegen, dass alle Schüler auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollten. In einer E-Mail sollten die Eltern informiert werden, dass sie ihre Kinder seltener mit dem Auto zur Schule bringen. Denn dabei werde jede Menge Sprit verbraucht.
Ein weiterer Einwand war die Mülltrennung an der Schule. Bislang gibt es eine solche an der Realschule nicht. Künftig – so der Vorschlag der Schüler – könne man pro Stockwerk eine Sammelstelle aufstellen, um Müll besser zu entsorgen.
Schulleiter Werner Groß lobte abschließend die Diskussionsrunde, die durchaus greifbare Vorschläge geliefert habe: „Es sind einige Ideen von den Schülern gekommen, innerhalb weniger Minuten.“ Zum Beispiel könne von den Klassen ein Projekttag gestaltet werden, bei dem sie abschließend ihre Ergebnisse vorstellen. „Es gibt viele Möglichkeiten, aber das muss von den Schülern kommen.“