Jettenbach – Knallgelb, im Winter eiskalt und im Sommer irre heiß: Die Rede ist von den oft verschmutzten Schutzhäuschen der Münzfernsprecher. „Was kann man darin machen?“, fragte ein Kind nach dem Aufstellen der vorgenannten Zelle, bevor diese der neuen Bestimmung übergeben wurde. „Telefonieren, was sonst?“, bekam das Mädchen zur Antwort. Über Umwege landete die Telefonzelle im Jettenbacher Ortsteil Grafengars zur Grundreinigung. Nachdem zuvor die Nutzung als Toilette völlig andere Gegebenheiten erforderte, war Schwerstarbeit zu leisten. Ursula Weidenthaler brachte das unschöne Ding wieder auf Hochglanz. Mit viel Hingabe und Muskelkraft ging die Beisitzerin des Heimat- und Kulturkreises Jettenbach ans Werk. „Ich weiß nicht, ob ich die Reinigung übernommen hätte, wenn mir klar gewesen wäre, worauf ich mich da einlasse“, sagte Ursula Weidenthaler auf Nachfrage. Den Innenausbau mit einem hölzernen Regalsystem übernahm Franz Wieser, zweiter Bürgermeister in Jettenbach. Die in Nachbarschaft lebenden „Paten“ des Bücherhäusls, Bernhard Hanneken und Ulrike Zöller, sorgen künftig für ein aufgeräumtes Innenleben der Kleinbücherei.
In der mit Bücher gefüllten Kabine können ab sofort Bücher ausgeliehen, getauscht oder einfach nur vor Ort gelesen werden. Bundesweit gibt es 1778 „öffentliche Bücherschränke“, in Bayern sind es 121. Einer davon steht seit März am Kinderspielplatz beim Amtshaus in Jettenbach.