Kraiburg/Algier – Der fünfte Rallye-Tag liegt nun hinter dem Pircher-Racing-Team Adi Ruhaltinger und Ernst Amort. Beide waren optimistisch, denn sie hatten sich zwischenzeitlich auf den zweiten Platz vorgekämpft. Doch die Technik machte ihnen zu schaffen.
Die Rallye war zuvor von einigen düsteren Ereignissen überschattet. Nicht nur die beiden Rallyefahrer aus Oberbayern hatten einen Unfall zu verkraften, sondern auch andere Teilnehmer. Nicht alle Teams schafften es ans Ziel. Bei einigen ist die Tour aufgrund technischer Probleme oder Unfällen frühzeitig beendet. Am Dienstag, dem dritten Renntag, wurde die Rallye von einem traurigen Ereignis überschattet.
Ein Quadfahrer aus Italien starb. Über die Todesumstände des Rennfahrers ist bislang noch nichts bekannt, schreibt Ruhaltinger. Die anderen Teilnehmer waren sichtlich mitgenommen von dem tragischen Tod ihres Sportkollegen. Aus diesem Grund wurde die Rallye unterbrochen. Es durfte gefahren werden, doch es gab keine Wertung.
Ruhaltinger und Amort nutzten den Tag für Testfahrten. Einige Sachen wurden modifiziert. Ihr Fahrzeug mussten sie hier und da mit Gaffa-Tape flicken. Am Ende des vierten Wettkampftages lagen sie dennoch auf dem dritten Platz.
Am Donnerstag starteten sie vom Camp Beni Abes aus. Endlich hatte ihr „Frosch“ gezeigt, wie viel Power er im Tank hat, denn das Pircher-Racing-Team war in Bestform. „Wir waren richtig schnell. Hat sogar Fritz gesagt“, freute sich Ruhaltinger. „Die Dünen waren so was von weich und das Licht so grell, dass man oft die Abbruchkanten nicht gesehen hat. Wir hatten ein paar Mal verdammt viel Glück“, setzte der Rennsportler voller Optimismus fort.
Doch leider sollte das Glück sie nicht zu sehr verwöhnen, denn wieder etwa 500 Meter vor dem Ziel, ließ sie ihr Fahrzeug stehen. Neun Liter Wasser und 52 Minuten Arbeit benötigten sie, um ihren Wagen die letzten Meter noch ins Ziel zu schleppen. Durch die Reparaturen an ihrem Fahrzeug ging ihnen wieder viel wertvolle Zeit verloren. Dennoch hatten sich die beiden Adrenalinjunkies am fünften Renntag trotz technischer Probleme, welche ihnen schon bereits vor Rallye-Beginn schwer zu schaffen machten, auf den zweiten Platz vorgekämpft.
Gestern morgen meldete sich Ruhaltinger in aller Frühe noch optimistisch aus dem Camp Taghit. „Der morgendliche Weckruf für das gesamte Camp ist das Lied „Sonne“ von der Band Rammstein. Damit kommen alle schnell in die Gänge“, sagt Ruhaltinger. „Heute wird es auf alle Fälle wieder ein interessanter Tag. Jetzt heißt es nur noch durchkommen, durchkommen, durchkommen.“ Doch die anstrengende Etappe durch Dünengebiete, über Pisten und Off-Road-Abschnitte schaffen sie nicht bis zum Ziel. Die beiden mussten wegen technischer Probleme aufgeben. „Wahrscheinlich hat der Zylinderkopf etwas abgekühlt und jetzt wird er ständig heiß“, schreibt Ruhaltinger. Zwar hätten sie noch von Algeriern Wasser bekommen, um sich so aus eigener Kraft aus den Dünen zu retten. Doch so kurz vor dem Ende der Rallye mache eine Reparatur keinen Sinn mehr. „Der Aufwand steht in keiner Relation. Wir haben keine Chance mehr nach vorne.“ kme