Waldkraiburg – Asylbewerber und Einhemische, insgesamt 90 Menschen aus neun Nationen, darunter etliche Kinder, feierten im WIRCafé der evangelischen Kirchengemeinde das persische Neujahrsfest Nouruz. Ein wichtiger Bestandteil des Festes ist der Haft Sin-Tisch, auf dem sieben Dinge liegen müssen, die auf Persisch mit S beginnen: Grünes für Munterkeit, Malz für Segen, Knoblauch für Schutz, Mehlbeeren für die Saat des Lebens, Essig für Fröhlichkeit, Essigbaumgewürz für den Geschmack des Lebens, ein Apfel für die Gesundheit. Heuer ging es darum, das Fest mit Freunden und Bekannten anderer Nationen zu teilen, um etwas von der eigenen Kultur zu zeigen und erlebbar zu machen. Etliche junge Flüchtlinge, die vor wenigen Jahren als unbegleitete Minderjährige aus Afghanistan nach Deutschland geflohen waren und im Berufsbildungswerk Waldwinkel eine erste Heimat gefunden hatten, bereiteten das Nouruz mit Gabi und Emelie Miedl sowie Walter und Beate Moser vor. Angestoßen wurde diese Feier von Liane Laschtuvka, die seinerzeit Erzieherin in Waldwinkel war. Plaudernd hielten sich die Teilnehmer bei persischem Grüntee mit Kardamom oder diversen Spielen auf. Es wurden zum Fest gehörende Gedichte verlesen, Breakdance- und Hip-Hop-Tänze gezeigt und Speisen wie das traditionelle Ghormeh Sabzi (getrocknete Kräuter, Spinat und Rindfleisch), Reis mit besonderen Gewürzen und afghanischer Salat gegessen.