Jettenbach – Mit Fahrten zu Kriegsgräbern könne man vielleicht die Attraktivität des Vereins steigern, regte Bürgermeisterin Maria Maier an. Als Beispiel könnte sich Siegfried Stuhlrainer einen Ausflug nach Bad Tölz vorstellen. „Dort ist die letzte Ruhestätte von 2500 im Krieg getöteten Menschen. Allein bei diesem Gedanken bekommt man Gänsehaut“, so Stuhlrainer. Vereinsmitglied Christa Obermaier dankte dem Verein für die Ehrenbezeugung am Grabmal ihres verstorbenen Gatten und ehemaligen Bürgermeisters Alfons Obermaier.
So richtig Schwung kam nochmal in die Gaststube, als die Bürgermeisterin vom Sparwillen der Gemeinde berichtete. Gekürzt sollen ihrer Meinung nach auch die Ausgaben für die Krieger- und Soldatenkameradschaft werden.
Über die in der Vergangenheit übernommenen Zuwendungen der Gemeinde berichtete der ehemalige Vorsitzende Jakob Bichler. Die Gemeinde wolle, dass sich mehr Bürger an den Ehrungen am Kriegerdenkmal beteiligen, und scheine sich selber mehr aus der Pflicht nehmen zu wollen. „Der Ehrenkranz und die Musikkapelle ist für mich nicht verhandelbar“, so Siegfried Stuhlrainer. „Wir werden eine einvernehmliche Lösung finden“, sagte die Bürgermeisterin. Die Fällung der über 100 Jahre alten Linde am Kriegerdenkmal im Februar löste blankes Entsetzen vieler Jettenbacher Bürger aus. Völlig kahl und ohne würdige Einrahmung stehe das Mahnmal der beiden Weltkriege derzeit im Ortskern.
Vor Jahren waren bereits zwei Linden entfernt und eine Ersatzpflanzung von Alfons Obermaier zugesagt. Passiert ist nichts. Verkehrssicherungspflicht und der erhöhte Arbeitsaufwand durch Laubwurf und herabfallende Äste waren ausschlaggebend, weshalb der Baum weichen musste, hieß es. Angedacht ist eine Anpflanzung von zwei neuen Bäumen. Eine Unterstützung durch den Bund Naturschutz, Ortsgruppe Kraiburg und einen ortsansässigen Friseurmeister wurde in Aussicht gestellt. Um die Gemeindekasse zu entlasten, wird eine Aktion Baumspende initiiert.
Die von Karl Heinz Hilpoltsteiner geführte Kasse der Krieger- und Soldatenkameradschaft wies eine Mehrung auf aktuell rund 13200 Euro aus. Und der Vorsitzende Anton Schatzeder kündigte in der Jahreshauptversammlung an, in Kürze die notwendig gewordene Satzungsänderung zu erarbeiten und der Vollversammlung zur Genehmigung vorzulegen.
Unter dem Punkt Wünsche und Anregung wurde die Zukunft des Vereins hinterfragt. Großes Thema war die Mitgliederwerbung für die Krieger- und Soldatenkameradschaft, da seit dem Wegfall der Wehrpflicht so gut wie keine Neuen mehr dazu kamen. Weiter wurde die Mitgliedschaft der Frauen infrage gestellt. „Das ist für uns schon lange kein Thema mehr. Wir haben schon sehr lange weibliche Mitglieder in unseren Reihen“, so Schatzeder.