Waldkraiburg/Mühldorf – „In Waldkraiburg sind die Mieten seit 2014 um 23,8 Prozent gestiegen. Während damals für einen Quadratmeter 5,84 Euro zu zahlen waren, mussten Ende 2018 bereits 7,23 Euro gezahlt werden.“ Diese Zahlen nennt der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Richard Fischer.
Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei bezahlbarer Wohnraum heute Mangelware. Deshalb setzt sich der DGB im Landkreis für mehr sozialen Wohnungsbau ein. Im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche informierte die Gewerkschaft Passanten vor dem Rathaus über die aktuelle Situation.
In Mühldorf und Ampfing Anstieg um über 30 Prozent
„Noch dramatischer“ schätzt der DGB die Zahlen für den gesamten Landkreis Mühldorf ein. Insgesamt seien die Angebotsmieten seit 2014 um 33,5 Prozent gestiegen. Besonders rasant ist demnach die Entwicklung in Mühldorf mit 35,6 Prozent und in der Gemeinde Ampfing mit plus 49 Prozent. In Ampfing habe sich damit der Mietpreis von 5,98 Euro (2014) innerhalb von vier Jahren auf 8,91 Euro erhöht.
Um wieder mehr bezahlbaren Wohnraum zu erhalten fordert der DGB-Regionsgeschäftsführer Günter Zellner bundesweit den Bau von mindestens 400000 bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnungen und mindestens 100000 Sozialwohnungen jährlich. Öffentliche und gemeinwohlorientierte Wohnungsbaugesellschaften sollten neu geschaffen und bestehende gestärkt werden.
Bei den genannten Zahlen handelt es sich laut Gewerkschaft um von Empirica Systeme erfasste, sogenannte Angebotsmieten (Median), also jene Preise zu denen Wohnungen auf dem Markt angeboten werden. „Sie bilden die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt zeitnaher ab als die sogenannten Bestandsmieten.“ Empirica werte für die Datenbanken mehr als 100 verschiedene Quellen aus. Empirica ist ein unabhängiges wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Forschungs- und Beratungsinstitut.