Parkstreifen am Friedhof: Neue Debatte

von Redaktion

Nach einem einstimmigen Votum im Bauausschuss schien der Parkstreifen am Waldfriedhof schon beschlossene Sache. Doch im Stadtrat ging die Debatte aus Kosten- und Naturschutzgründen von Neuem los. Jetzt muss sich der Ausschuss erneut mit dem Thema befassen.

Waldkraiburg – 119000 Euro – als Carsten Schwunck, der Leiter der Bauabteilung, diese Summe nannte, kam neue Bewegung in die Diskussion um den Bau eines befestigten Parkstreifens (Rasengitter) am Grünen Weg auf Höhe des Waldfriedhofs. 119000 Euro – so viel soll die längstmögliche Variante kosten, auf die sich der Bauausschuss verständigt hatte: 40 Längsparkplätze auf der dem Friedhof gegenüber liegenden Seite der Straße von der Ampel bis zur Einmündung der Marienburger Straße. Einige Stadträte, etwa Umweltreferent Done Brunnhuber, wollten von der maximalen Ausdehnung nichts mehr wissen und sprachen sich für das zunächst diskutierte Ausmaß, 20 Parkplätze auf einer Länge von 100 Metern, für 57000 Euro aus.

Andere stellten das Vorhaben grundsätzlich infrage, weil der Parkstreifen den Grünen Ring beeinträchtigt, einen Grüngürtel, der prägend für die Stadt ist. „Mit mir gibt es keinen Eingriff in den Grünen Ring“, so SPD-Fraktionssprecherin Susanne Engelmann. Sie zweifelte die Notwendigkeit des Parkstreifens an. Auch wenn Autos auf der Fahrbahn parken, sei Begegnungsverkehr möglich. „Bloß weil Lkws ein bisschen langsamer fahren müssen, können wir uns das nicht leisten.“ Zudem gebe es Probleme nur bei einzelnen großen Beerdigungen und an Allerheiligen. Ein Schutz für die Fußgänger sei die Regelung ohnehin nicht. Fraktionskollege Andrea Knoll pflichtete ihr bei, zumal der Grüngürtel an dieser Stelle schon am schmalsten sei. Und Harald Jungbauer (CSU) glaubt, dass sich die Flaschenhälse, die es auf Höhe des Friedhofs gebe, nur wenn auf beiden Seiten geparkt werde, durch eine entsprechende Beschilderung lösen ließen.

Die Mehrheit der Stadträte hält am Parkstreifen fest, um die Situation zu entspannen. An manchen Tagen gebe es drei bis vier Beerdigungen, auch dadurch entstehe Chaos, so Gustl Schenk (UWG). Da gehe es nicht darum, dass Lkws langsamer fahren müssten. „Da kommt der Verkehr zum Stehen“, ergänzte sein Fraktionskollege Christoph Vetter, der wie Verkehrsreferent Rainer Zwislsperger (CSU) vorschlug, das Thema im Bauausschuss bei einer Ortsbesichtigung noch einmal intensiv zu beraten. Es gebe keinerlei Zeitdruck. Die Periode, in der Bäume gefällt werden, dürften, sei seit 1. März abgelaufen, so Zwislsperger.

Alexandra Reisegast (UWG) und Margit Roller (CSU), die beide für zusätzliche Parkmöglichkeiten sind, lenkten den Blick auf den Zustand des Waldstücks in diesem Bereich. „Ich bitte darum, Bäume am Grünen Ring nach zu pflanzen.“ Derzeit würden nur welche rausgenommen und Sträucher nachgepflanzt, so Reisegast. Das Waldstück müsse umgebaut werden, so Roller. 100000 Euro für 40 Parkplätze seien im Übrigen „nicht teuer“, so Roller, die beobachtet hat, dass ein Problem vor allem für ältere Autofahrer darin bestehe, dass sie mit den vorhandenen Senkrechtparkplätzen auf der Friedhofsseite beim Ausparken nicht zurechtkommen. Also parken sie dort erst gar nicht.

Carsten Schwunck drängte auf einen Grundsatzbeschluss, damit die Verwaltung weiß, in welche Richtung sie weiter planen soll. Immerhin werde über dieses Problem schon „seit mindestens 20 Jahren“ diskutiert, so CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr.

Die Forderung von Susanne Engelmann, zunächst offen zu lassen, welche Parkplätze geschaffen werden, fand keine Mehrheit. 25 Stadträte stimmten stattdessen dafür, auf der Grundlage des bisherigen Vorschlags im Ausschuss weiter zu beraten. Engelmann, Knoll, Jungbauer und Annemarie Deschler (CSU) stimmten dagegen.

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