Waldkraiburg – Die 13 Vereine, die sich im Dachverein „Freiraum 36“ zusammengefunden haben, sehen weiterhin einer unsicheren Zukunft entgegen: Das Gebäude in der Aussiger Straße 36 wird ihnen nach dem Jahr 2020 nicht mehr zur Verfügung stehen und eine Lösung ist nicht in Sicht.
Vorsitzender Richard Fischer zählte in seinem Bericht in der Jahreshauptversammlung am Mittwoch die Nutzungen auf, die aktuell im Haus angesiedelt sind: „Von Tanzen über Malen, Musik, Theater oder den Pfadfindern – 400 bis 450 Personen gehen hier jede Woche ein und aus.“ Der Dachverein „Freiraum 36“ verwalte das Gebäude, führe die Vermietungen durch und schaffe die Rahmenbedingungen. Der Mietpreis pro Quadratmeter betrage aktuell knapp zwei Euro.
Und genau da liegt das Problem. Während die Stadtbau das Gebäude, das kaum anders nutzbar ist, zu günstigsten Konditionen an die Vereine abgibt, ist es nicht möglich, nach 2020 so eine Möglichkeit auf dem freien Markt wieder zu finden. „Ohne die Hilfe der Stadt wird es nicht gehen“, appellierte stellvertretender Vorsitzender Herbert Friedl eindringlich an Bürgermeister Robert Pötzsch und die anwesenden Stadträte, die zu der Versammlung gekommen waren. Obwohl man sich selbstverständlich auch selbst bemühe, Räume zu finden, sei das auf dem freien Markt kaum zu Preisen zu machen, die für die Vereine auch zu stemmen sind. Dazu kommen die Parkplatzfrage und die Lautstärke gerade in den Abendstunden.
Von den verschiedenen Lösungsvorschlägen lagen einige schon auf dem Tisch, andere waren neu, aber keiner ideal. Den Gesamtbedarf bezifferte Richard Fischer auf rund 1000 Quadratmeter für die Vereine, die nach 2020 überhaupt noch mit im Boot wären und das zu einem Preis von nicht über drei Euro pro Quadratmeter.
Peter Zinn stellte die Zahlen des „Freiraum 36“ vor: Man habe 2018 Mieteinnahmen von 22271 Euro erzielt und neben ein paar kleineren Ausgaben Miete in Höhe von 15536 Euro an die Stadtbau weiterüberwiesen – alles pünktlich und zuverlässig. Der Verein wies zum Jahresende einen Kassenstand von 6649 Euro auf.
Auf der Tagesordnung standen auch Neuwahlen des Vorstands, die aber keine Überraschungen brachten. Als Vorsitzender wurde Zweiter Bürgermeister Richard Fischer bestätigt, als stellvertretender Vorsitzender Herbert Friedl, Kassier bleibt Peter Zinn und Schriftführerin Gertraud Richter. Zu Beisitzern wurden Inga Sauter-Hartmann und Veronika Schneider gewählt.
Wie es mit den Vereinen weitergehen soll, konnte nicht geklärt werden. Man beschloss lediglich, einen Antrag an die Stadt zu stellen, in Zusammenarbeit mit den Vereinen eine Lösung zu suchen. Denn sonst steht so mancher bald auf der Straße.sub