Waldkraiburg-Ebing – „Ein Teil von Ebing ist heimgegangen zu unserem Herrn“, sagte Pater Bernhard Stiegler in seiner Ansprache im Requiem für Paula Weyerer. Die längjährige Kramerin von Ebing ist im gesegneten Alter von 99 Jahren gestorben, fünf Monate vor ihrem 100. Geburtstag.
Bis zu ihrem 93. Lebensjahr stand sie im Laden, die älteste „Kramerin“ im Waldkraiburger Stadtgebiet und sicherlich weit darüber hinaus. Tagtäglich bediente sie mit viel Freude ihre Kundschaft. So hatte die „Bäckin“, wie sie allseits bekannt war, wochentags schon sehr früh frische Backwaren in der Theke und alles, was man so im Haushalt braucht: von der Dose Tomatenfisch über ein Packerl Kaffee bis hin zum Fliegenfänger. Jeden Tag war „Paula’s Kramerlodn“ so lange geöffnet, bis der Postbote da war, und auch sonntags nach der Kirche ging die Ladentür auf. Das hielt sie lange geistig fit. Auch körperlich war sie bis ins hohe Alter „noch gut beinand“. Gerne ratschte sie mit ihren Kunden, hatte immer ein „Guatl“ für die Kinder parat, und auch die Ortsvereine gingen bei Veranstaltungen nie leer aus. So organisierten sie zu ihrem 90. Geburtstag eine gemeinsame Feier.
Paula Weyerer wurde am 25. August 1919 in Taxenbach bei Zell am See im Salzburger Land geboren. Sie wuchs mit drei Geschwistern auf und kam 1937 als Haushälterin nach Ebing. Aus der 1946 geschlossenen Ehe mit ihrem bereits 1960 verstorbenen Gatten Ludwig gingen die Töchter Maria und Rosi hervor. Rosi ist bereits 2005 verstorben.
2013 hatte Paula Weyerer eine schwere Operation, musste danach ihren Laden aufgeben und kam ins Seniorenheim St. Nikolaus nach Kraiburg, wo sie wohl umsorgt wurde. Große Freude hatte sie mit ihren neun Enkeln, acht Urenkeln und zwei Ururenkeln. Nun wurde sie von den Beschwerden des Alters erlöst. Eine große Trauergemeinde geleitete sie zur letzten Ruhestätte im Ebinger Friedhof.bac