Waldkraiburg – Rund 130 Gigawattstunden mehr an regenerativer Energie soll der Ausbau des Innkanalkraftwerks bringen. Dazu muss unter anderem der Wasserspiegel im Kanal erhöht werden. Das hat Folgen: Die Abdichtung der Dämme muss entsprechend nach oben verlängert werden, um etwa 70 Zentimeter in Jettenbach, um einen Meter bei Kilometer 8 am Ende desWaldkraiburger Stadtgebiets. So Bernhard Gerauer, der ausführlich über das Projekt und die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen im Stadtrat informierte. „In der Schräge macht das bis zu 1,50 Meter.“ So lange ist der Betonstreifen, der oben drauf kommt. Gerauer: „Wir versuchen, die Abdichtung so knapp wie möglich zu machen. Aber im Dammbereich müssen wir 20 Zentimeter über dem Wasserspiegel bleiben. Das schreiben die Behörden vor.“
Wie Gerauer weiter erklärte, werde ein übergreifendes Sicherheitskonzept erarbeitet: Es werde Deiche geben mit Zäunen, um das Wild zu schützen, und es werde ökologische Ausstiege geben. Eins ist klar: Die Flächen bleiben öffentlich zugänglich. Der Betreiber wolle die Öffentlichkeit nicht aussperren.
Die Arbeiten im Dammbereich sollen laut Projektleiter bis Ende April fertig sein. So schnell wie möglich wolle man im Übrigen den Oberboden, den man entfernt und hinter dem Damm gelagert habe, wieder der Natur zurückgeben. Es geht um ökologisch wertvolle Flächen, Magerrasen, Blühwiesen, die da abgebaut wurden und wieder aufgebaut werden sollen. Im Bereich des Waldkraiburger Stadtgebiets summiert sich die Fläche, die durchs Betonieren verloren geht, auf sechs Hektar, die auf Dämmen und bisher intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgeglichen wird.
Auf dem Beton selber wird dies allerdings nicht möglich sein, weil der Oberboden nicht hält, stellte Gerauer auf Anfrage der SPD-Fraktionssprecherin fest. Sie hatte in der voran gegangenen Sitzung Alarm geschlagen wegen der Baumaßnahmen. Und weil so viele Bürger schockiert waren von den Veränderungen. Sie habe schon das Gefühl, „dass sich da was tut“, meinte Engelmann im Blick auf die Ausgleichsmaßnahmen. „Warum wurde das nicht früher kommuniziert?“
Der Vertreter des VERBUNDS erinnerte die Stadträte auch an die Kanalsanierung von 2003. Damals sei am Kanal alles abgeholzt worden, seitdem sei vieles wieder gewachsen.
Nicht zufriedenstellend konnte Gerauer eine Frage von Frieder Vielsack, UWG-Fraktionssprecher und Feuerwehrmann, beantworten. Ihm macht die Durchfahrtshöhe an der Brücke in St. Erasmus Sorgen, die nicht erneuert wird. „Bei 1,20 Metern können wir mit keinem Boot drunter durch.“ Diese Marke wird im Winterhalbjahr, wenn der Wasserspiegel hoch ist, erreicht. Wasserwacht und DLRG kommen mit ihren Booten durch, so Gerauer.
Kritisch äußerte sich Done Brunnhuber (UWG): Er könne dem Kanal nicht viel Positives abgewinnen, außer der ökologischen Stromgewinnung. Die Stadt habe keine finanziellen Vorteile, er verstehe deshalb nicht, warum das Unternehmen der Feuerwehr nicht entgegen kommt.
Ein Problem ist aus seiner Sicht, dass so viele Rehe durch freilaufende Hunde in den Kanal getrieben werden. Er regte deshalb an, der VERBUND solle prüfen, ob eine Beschilderung möglich sei, dass Hunde an die Leine genommen werden.