Kraiburg – „Die Marktgemeinde Kraiburg ist in der Seniorenarbeit auf einem recht guten Weg“, findet Michaela Baumgart. Die 54-Jährige hat ihren Anteil daran. Über zehn Jahre engagierte sie sich als ehrenamtliche Senioren- und Behindertenbeauftragte des Marktes. Jetzt hat sie sich von dieser Aufgabe zurückgezogen.
Soziales Engagement gehört für Michaela Baumgart einfach dazu. Die Kraiburgerin zählte zu den Geburtshelfern der Elterninitiative Römerzwergerl, die Träger einer Kindertagesstätte ist. 2008 hat sie ein neues Ehrenamt übernommen, als die Gemeinde eine Senioren- und Behindertenbeauftragte suchte. Baumgart habe diese Aufgabe stets zuverlässig und engagiert erledigt, so Bürgermeister Herbert Heiml, der ihre Arbeit im Gemeinderat würdigte. Senioren und Behinderte tun sich nicht immer leicht, ihre Interessen zu vertreten. Baumgart habe ihnen eine Stimme gegeben und sie bei alltäglichen Problemen unterstützt. Als Heilpädagogin bringt sie dafür beste Voraussetzungen mit.
Meist spielt sich diese Arbeit im Verborgenen ab. Da geht es manchmal um Begleitung in schwierigsten Lebenssituationen, wenn ganz plötzlich ein Ehepaar die Wohnung aufgeben und in ein Heim ziehen muss. Oder um Unterstützung und Informationen bei der Klärung von Fragen und Problemen mit Behörden oder Kassen.
Und es geht um Initiativen und Ideen, die allen Senioren in der Gemeinde zugute kommen. Eine eigene Bürgerversammlung für Senioren in den Nachmittagsstunden gehört dazu. Die haben nicht viele Gemeinden. Auch beim Fahrdienst für Senioren zum Volksfest konnte sie auf die Unterstützung der Marktgemeinde bauen. Zwei- bis dreimal im Jahr gibt es ein spezielles Seniorenkino, ein wichtiges Angebot in Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim St. Nikolaus. „Es war mir besonders wichtig, dass die Leute in Kontakt kommen. Auch wenn wir hier eine dörfliche Struktur haben, viele Senioren sind einsam.“
Baumgart freut sich, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in Kraiburg einen Platz finden. Beide Kitas am Ort betreuen Kinder mit Handicaps. Die Schule ist barrierefrei zugänglich und hat nach dem Umbau wohl auch eine behindertengerechte Toilette. Es gibt ein Seniorenheim.
Ach ja, einen Wunsch hat sie in einer kurzen Rede zum Abschied im Gemeinderat auch noch deponiert: Bei den Vergabe-Richtlinien für Bauland sollten doch bitte schön auch Familien, die ein behindertes Kind oder einen Angehörigen haben, besonders berücksichtigt werden. Einen Punkt für pflegende Angehörige habe die Gemeinde immerhin schon eingeführt mit den neuen Richtlinien, so der Bürgermeister.
Die Querungshilfe für Senioren am Seniorenheim überlasse sie ihrer Nachfolgerin, sagt Baumgart. Das Amt sei bei Gemeinderätin Petra Jackl in guten Händen.
„Eigentlich hättest du weitermachen können“, meint der Bürgermeister, so engagiert habe sie geredet. Jetzt brauche es ein neues Gesicht, neue Inspiration, findet Baumgart. „Mit 54 gehöre ich doch bald zu meiner Klientel“, sagt sie lachend.hg