Waldkraiburg – Fünf Veranstaltungen werden zum Ende der Frühjahrssaison aktuell über den Online-Ticketverkauf für das Haus der Kultur beworben. Doch egal, ob man sich fürs Kindertheater oder ein Musical entscheidet, es ist immer das Gleiche: Karten gibt es für keine der Veranstaltungen auch Wochen im Voraus übers Internet zu kaufen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Kulturreferentin Karin Bressel hatte das Problem bereits im Kultur- und Sportausschuss angesprochen. Wiederholt wären Kulturveranstaltungen als ausverkauft gekennzeichnet, tatsächlich gebe es aber noch freie Plätze (wir berichteten).
Alexandra Lausmann von der städtischen Kulturabteilung erklärte bereits in der Sitzung im Februar, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt der Ticketverkauf übers Internet nicht mehr möglich sei, um die Karten den Kunden noch zuschicken zu können. Zum Teil liege es aber auch ganz einfach daran, dass dem Haus der Kultur bei Fremdveranstaltungen oft nur ein bestimmtes Kontingent zur Verfügung steht. Man wolle sich um eine bessere Lösung bemühen, sagte sie in der Sitzung.
Die Kulturabteilung hat zwischenzeitlich Kontakt aufgenommen zu dem Ticketsystem. Die Meldungen, wenn Karten nicht mehr online gekauft werden können, sollen überarbeitet werden. „Ein entsprechender Zusatz muss extra programmiert werden“, erklärt Alexandra Lausmann.
Dann soll klar ersichtlich sein, dass es noch Karten für eine Veranstaltung gebe, aber eben nicht mehr über das Internet. Nach der Sommerpause soll dies umgesetzt werden. Aber es wird sich nichts daran ändern, dass der Online-Ticketverkauf Tage vor der Veranstaltung endet. Denn es braucht Zeit, die Karten zu verschicken.
Ist das noch zeitgemäß? Mit der Funktion Print@Home lassen sich Tickets ganz bequem zu Hause ausdrucken, der Versand wird überflüssig. Eine Option, die man beim Haus der Kultur ins Auge fasst, die sich aber bis vor Kurzem technisch nicht habe realisieren lassen. „Dazu braucht es Scanner, die auf ein WLAN-Netz angewiesen sind“, erklärt Lausmann. Erst seit Kurzem gebe es im Haus der Kultur flächendeckend und störungsfrei WLAN.
Jetzt aber überstürzt Scanner anzuschaffen, will man nicht. Denn die jetzige Generation kann keine QRCodes von Smartphones ablesen. Eine Möglichkeit, die man über kurz oder lang im Haus der Kultur anbieten will. „Auch wir wollen mit der Technik gehen.“ Dazu wolle sie sich schlaumachen, wie ausgereift die Technik bislang sei, so Lausmann.
Ungeachtet der neuesten Technik: Der Kontakt zu den Besuchern bleibt im Haus der Kultur wichtig. „Der Service am Kunden geht vor. Das Persönliche soll nicht auf der Strecke bleiben.“ Online-Ticketverkauf oder Print@Home zum Trotz: den Vorverkauf im Haus will man nicht aufgeben. „Gerade unsere älteren Besucher brauchen den Kontakt.“
Erst kürzlich kam Kritik von außen am Online-Ticketverkauf auf. Der Manager eines Künstlers hatte beklagt, dass über das Internet keine Tickets mehr verfügbar waren, obwohl das Konzert nicht ausverkauft war. Entsprechend wenig Zuspruch hätte das Konzert gehabt.
Ein Sonderfall, wie Alexandra Lausmann sagt. In diesem Fall habe der Fremdveranstalter der Stadt nur ein kleines Kontingent zur Verfügung gestellt. Weil die Agentur aber die Gebühren für den Internetverkauf nicht übernehmen wollte, habe man sich entschieden, in diesem Fall auf den Online-Verkauf zu verzichten. Karten gab es deshalb nur im Vorverkauf.