Beim Masskrugstemmen trat Pfarrvikar Emmeran Hilger als erster an, musste sich jedoch einer starken Konkurrenz geschlagen geben.Fotos Gruber
Die „Feiawehrkapelln“ mit Kommandant Sebastian Heiml sorgte für beste Unterhaltung mit Vorträgen und Szenen aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik.
Kraiburg – Es ging Schlag auf Schlag im Bischof-Bernhard-Haus. Zuerst beim Anzapfen des ersten Fasses Festbier. Nur zwei Schläge brauchte Bürgermeister Herbert Heiml. Sein Kommentar: „Jetz, wo i ans Aufhörn denk, jetz lern ichs langsam.“
Der nächste Höhepunkt dann der Auftritt von Peter Esterer als Postbote, der von der Datenschutz-Grundverordnung rein gar nichts hielt und die ihm anvertrauten Postgeheimnisse zur Freude der Besucher nicht ernst nahm. So wusste er unter anderem von einem Brief der Inn-Apotheke an die UWG-Fraktion im Marktgemeinderat, in dem die Zustellung einer Großpackung „Hallo Wach“ für die nächsten Sitzungen angekündigt wird, von einer Rechnung an Pfarrvikar Emmeran Hilger vom Krankenhaus Kufstein über Inanspruchnahme eines Sauerstoffzeltes nach der Besteigung des Sonnecks zur jährlichen Bergmesse, von der Aufforderung zu einer Anhörung vor dem Amtsgericht Bozen an den Innleitenchor wegen Beschädigung einer Kirchentüre, von einem Paket mit Eisenrechen und Schaufel an Elisabeth Mittermeier, damit sie die Hinterlassenschaften ihres Pferdes von öffentlichen Straßen entfernen könne oder dass das Denkmalamt den Antrag von Ernst Auer abgelehnt habe, die Schlossbergkapelle abzureißen, um dort mehrere Insektenhotels aufzustellen.
Dann zog die „Feiawehrkapelln“ mit ihrem Kommandanten Sebastian Heiml ein und sorgte für beste Unterhaltung mit Vorträgen und Szenen aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik (siehe Kasten). Heiml junior „bescherte“ dem Publikum, darunter die Nachbarbürgermeister Jakob Bichlmaier (Taufkirchen), Alois Salzeder (Aschau) und Robert Pötzsch (Waldkraiburg), ein Feuerwerk an Gags und Sprüchen, bei denen auch Heiml senior nicht ungeschoren davonkam.
Beim Masskrugstemmen trat auch Pfarrvikar Emmeran Hilger an, musste sich aber geschlagen geben. Insgesamt versuchten 22 Damen und 29 Herren den sieben Pfund schweren Masskrug so lange wie möglich waagrecht zu halten.
Unter den Augen von Peter Christan siegten im Stechen Regina Göbl und Anton Schnürer.
Beste Sprüche vom Kraiburger Starkbierfest
Eine Auswahl der besten Sprüche von Sebastian Heiml beim Auftritt mit der Feiawehrkapelln:
Zu MdL Marcel Huber: Du bist überall beliebt – und wir sind froh dass es dich gibt. Aber du bist Oberbayer und ein Mann, a schlechte Kombi, dass ma beim Söder was werden kann. Aber mit Dirndl und Perücken kannst wieder Ministerposten schmücken. Und schon schallts im Maximilian aus jedem Eck: Huaba, come back!
Über Landrat Georg Huber: Der Landrat wollt heut Abend nicht erscheinen, sein Lächeln hält nach eigenem Bekunden nicht so viele Stunden.
Über die Marktgemeinderätin Angelika Hefer, Nachfolgerin von Hermann Lichtenwimmer: Frau Hefer heißt die neue grüne Frau, und als solche nimmt sie es mit der Tradition genau. So will sie sich wie ihr grüner Vorgänger zeigen und Kraiburger Festen stets fernbleiben.
Zur Landespolitik: Auch für Bayerns SPD war das Ergebnis net grad schee.
Junge Köpfe sind jetzt in der Partei gefragt! Daraufhin hat der Günther Knoblauch seine Kandidatur zum Vorsitz zugesagt.
Auch die Wölfe wollen sie (die Grünen) nun retten, Katharina Schulze will sich persönlich an ausgewählte Exemplare ketten. Dieser Plan hat sich schon bei den Wölfen rumgesprochen und sie haben sich freiwillig nach Tschechien verkrochen.
Zur Bundespolitik: Andrea Nahles hat versprochen, dass sie die SPD für immer liebt, zumindest so lange es die SPD noch gibt.
In der CDU kam’s zu einer personellen Wende, AKK ist da und Merkels Ära ist zu Ende. Annegret Kramp-Karrenbauer
hat Sexappeal wie eine Friedhofsmauer.
Manche (Grüne) tun angeblich Marihuana rauchen und sich brüsten, weil sie kein Auto brauchen. Für handfeste Berufe fehlt oftmals der Elan, und de Zimmerer vom Stenger solln CO2-neutral mitm Radl nach München in d Arbeit fahrn.
Zur Bundeswehr: Ich bin die Ursula von der Leyen, die Vorsitzende vom Bundeswehrverein. Unsere Panzer und Flugzeuge sind zwar zum größten Teil defekt, aber Hauptsach, meine Haare sind schön und sitzen perfekt. Tag und Nacht und überall, und dafür hab ich extra einen General.
An die Bürgermeister von Aschau und Waldkraiburg zum gemeinsamen Schwimmbad: Aus is der Traum, nix is mitm interkommunalen Badeschaum. Kopf hoch, is doch alles halb so wuid, wenns eure Leut ned wolln sans selber schuid. Damit ihr zusammen baden könnt, auch ohne Teich, haben wir ein Geschenk für euch.
Für zwei Personen, rund und ohne Ecken: ein interkommunales UWG-Planschbecken. (Aufgezeichnet von Reinhard Gruber)rgr