Rock und Folk, aber keines davon pur

von Redaktion

Schon als Jugendliche hat die gebürtige Waldkraiburgerin Tina Fischer in einer Band gespielt. Heute steht sie mit „Cheerio Joe“ auf der Bühne, vor Kurzem haben sie ihr erstes gemeinsames Mini-Album veröffentlicht.

Waldkraiburg/Fürstenfeldbruck – Lullabies – so ganz nach Schlaflied klingt der Song von „Cheerio Joe“ nicht. Die Melodie ist zwar sanft, aber an entscheidenden Stellen dann doch wieder zu rockig. Einschlafen unmöglich. Es ist der erste Song ihres Mini-Albums, das die Band zusammen aufgenommen hat. Die Band, das sind Sebastian Pittrich (Gitarre und Gesang), Lukas Liebl (Bass), Max Spieler (Schlagzeug) und die gebürtige Waldkraiburgerin Tina Fischer (Gesang und Gitarre).

„Cheerio Joe“ hieß ursprünglich anders

Anfangs war alles ein großer Spaß. Denn die Band wurde 2012 für einen ganz speziellen Anlass aus der Taufe gehoben: zum 60. Geburtstag von Sebastians Vater. Von Anfang an mit dabei war Lukas Liebl. Als „Entzgeil & Durschtig“ treten sie zum ersten Mal auf. Doch es folgen weitere Auftritte und alles wurde professioneller. „Richtig angefangen hat alles 2013“, erzählt Sebastian. Die Band hat immer mehr Auftritte, nach Wechseln in der Besetzung heißt die Band dann „Cheerio Joe“. Als vergangenes Jahr Denise Möller nach Argentinien zieht, sucht die Band nach einer neuen Sängerin. Unter den Kandidatinnen ist Tina Fischer, die zu dieser Zeit noch bei „Neon Black“ gespielt hat. „Beim Abschlusskonzert mit Denise hat sich Tina quasi in die Band manövriert“, erzählt Sebastian. Keineswegs zu forsch und so treten die vier seit einem Jahr gemeinsam als „Cheerio Joe“ auf.

Zwei Jahre stand Tina mit „Neon Black“ auf der Bühne, deren Songs beeinflusst von Indie, Pop und Rock sind. Mit dem Wechsel zu „Cheerio Joe“ kommt auch ein neuer Stil. „ Rock und Folk – unsere Musik ist keines von beidem pur“, beschreibt Lukas Liebl die Band. Der Umstieg, sich auf neue Bandkollegen und eine andere Musikrichtung einzulassen, war für Tina kein Thema. „Ich habe früher in Cover-Bands gespielt und die bedienen jede Musikrichtung. Außerdem: Das, was wir jetzt spielen, entspricht mehr meinem privaten Musikgeschmack.“ Doch auch der Stil der Band hat sich verändert. „Wir haben mit Denise mehr Balladen gespielt. Die gleichen Songs könnten wir ohnehin nicht mehr so spielen, weil die Klangfarbe von Tina ganz anders ist“, sagt Lukas.

Nach vier Proben tritt Tina mit der Band auf

Die neue Formation startet schnell durch, obwohl es ganz anders geplant war. „Schauen wir mal, wie es läuft – das haben die Jungs anfangs gesagt“, sagt Tina. Doch es kommt anders. Nach nur vier gemeinsamen Proben ist zwei Wochen später schon der erste Auftritt. „Ich war krank, aber trotzdem dachte ich mir: Das ziehen wir jetzt durch“, erinnert sich Tina. Heute lacht sie herzhaft mit ihren Bandkollegen über die Anfangszeit bei „Cheerio Joe“.

Und es läuft gut: 37 Konzerte hat die Bands vergangenes Jahr gegeben, dieses Jahr könnten es sogar bis zu 50 werden. Bei Festivals, in kleineren Clubs, aber auch bei Hochzeiten und Firmenfeiern sind sie zu hören. „Wir sind da sehr offen“, sagt Sebastian. Ein Auftritt ist Tina ganz besonders im Gedächtnis geblieben: Eine Hochzeit in einem Münchner Nobelhotel. „Wir waren gerade mit dem Soundcheck fertig, als plötzlich die Deko wieder abgeräumt wurde.“ Der Bräutigam hätte kalte Füße bekommen, und weil Verwandte und Freunde schon angereist waren, wurde die Hochzeit kurzerhand zu einer Familienfeier.

Ihre Stärke sieht die Band in ihrer Offenheit – auf der Bühne wie auch privat. „Fehler passieren, damit gehen wir aber ehrlich und natürlich um“, sagt Tina. Außerdem hätten sie viel Spaß auf der Bühne. „Das ist zu sehen und zu hören.“

Geprobt wird im alten Schlachthof in Fürstenfeldbruck, wo sie ihre neuen Songs einstudieren. Ihre Songs schreiben sie selbst. „Lukas ist sehr produktiv“, sagt Sebastian. Doch passen müsse der Song für alle, deshalb würden sie gemeinsam daran noch feilen. Im Februar haben sie ihr erstes gemeinsames Mini-Album veröffentlicht – eine sogenannte EP mit sechs Songs. Mit dem Mini-Album gibt es auch ein Video. „Ein Studiomitschnitt, der professioneller geworden ist, als wir dachten“, sagt Sebastian. Daran wollen sie anknüpfen und im Herbst soll es ein erstes Video geben. Nach der EP haben sie sich etwas Freizeit gegönnt, aber schon bald stehen die nächsten Auftritte an. Am Stilfser Joch spielen sie dieses Jahr bei einem Festival, aber sie kommen auch zum Mühldorfer Stadtfest.

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