Schlossberg: Ein ökologisches Kleinod

von Redaktion

Der Kraiburger Schlossberg ist ein ökologisches Kleinod. Davon haben sich Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt überzeugt und mit Schlossbergbetreuer Ernst Auer und den Gemeinderäten Angelika Hefer und Ernst Kirmeier weitere Projekte besprochen.

Kraiburg – Der Kraiburger Schlossberg stand wieder einmal im Mittelpunkt naturkundlicher Interessen. Ernst Auer vom Kulturkreis, seit Jahren ein engagierter „Schlossbergbetreuer“, hatte Michael Stadler und Mathias Nirschl von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) am Landratsamt zur Ortsbegehung eingeladen. Mit dabei waren auch Umweltreferentin Angelika Hefer (Grüne) und Gemeinderat Ernst Kirmeier (UWG).

Die Fachleute freuen sich über die Entwicklung und den Zustand des Schlossberges, zum Beispiel den wertvollen Baumbestand. Lediglich die Auffahrtshilfe auf den Berg sehen sie als „nicht notwendig und unangepasst“ an. „Der ökologische Wert des Berges hat sich durch die verschiedenen Maßnahmen und vor allem durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen erheblich verbessert“, so Michael Stadler, Leiter der UNB. „Kraiburg hat damit eine Reihe besonderer Pflanzen und Tiere vor der Haustüre.“

Besonders stellte Stadler in diesem Zusammenhang das große Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Helfer heraus, das seit vielen Jahren geleistet werde. Das Landratsamt unterstütze gerne auch weiterhin die laufenden Maßnahmen und sei offen für neue Projekte. Er machte deutlich, dass die Vorkommen von Feuersalamander und Geldbauchunken am Fuße des Schlossberges „unbedingt den Einsatz finanzieller Mittel rechtfertigen“ und entsprechende Pflegemaßnahmen getroffen werden müssen. Erfreut zeigte er sich auch, dass in der Nähe des Schlossberges die Anlage einer knapp drei Hektar großen Blühfläche geplant sei.

Die beiden Gemeinderäte Angelika Hefer und Ernst Kiermeier wollen sich verstärkt für den aktiven Naturschutz in der Marktgemeinde einsetzen und haben dabei vor allem auch kleinere Projekte im Auge. Als Beispiele nannten sie die Kiesfläche am kleinen „Kreisverkehr“ am Kindergarten, die freie Wiesenfläche auf dem Schulgelände, den Marktpark um den bestehenden Springbrunnen herum und vor allem die Gestaltung der Freiflächen im geplanten Naturbad. „Wir wollen ja nicht einfach drauflos pflanzen und gestalten, nur damit etwas passiert. Wir erhoffen uns da von den Fachleuten der UNB Unterstützung und Planungshilfe“, so Hefer und Kirmeier. Dabei betonten sie auch, dass ihre Vorhaben mit Bürgermeister Dr. Herbert Heiml abgestimmt seien. Die Vertreter des Landratsamtes sicherten diese Unterstützung zu.

Ernst Auer legte auch eine Bewertung des Beweidungsprojektes am Schlossberg durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen vor, die vor zwei Jahren durchgeführt wurde. Darin heißt es: „Aus fachlicher Sicht ist dieses Projekt zu begrüßen, da der Schlossberg aufgrund seiner Steilheit mit Maschinen kaum zu pflegen ist.“ Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Darüber hinaus leisten Schafe und Ziegen mit ihrem Tritt-, Fress- und Dungverhalten einen Beitrag zur ökologischen Diversifizierung, der mit maschineller Pflege nicht zu erreichen ist. Der Erhalt bestehender sowie die Ansiedlung neuer bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist durch diese Form der Bewirtschaftung garantiert.“ Fachberater Max Wagenpfeil lobt das große, ehrenamtliche Engagement für das Projekt, das neben dem eigentlichen Ziel, der Offenhaltung des Schlossberges, einen äußerst wertvollen Beitrag zum Naturschutz leiste und dem Markt Kraiburg ein ökologisches Kleinod und ortsnahe Erholungsmöglichkeit biete.

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