Überraschender Abschied

von Redaktion

Dieser Abschied kommt überraschend. Götz Keßler, Geschäftsführer der Stadtbau GmbH, verlässt die städtische Gesellschaft und wechselt als neuer Geschäftsführer zur Stadtbau in Regensburg.

Waldkraiburg – Auf der Homepage der Stadtbau Regensburg wird Götz Keßler bereits als neuer Geschäftsführer begrüßt. Spätestens zum 1. Oktober werde er die Aufgabe übernehmen, heißt es dort. Ob er früher wechseln kann, das war Thema in der gestrigen Aufsichtsratssitzung.

Wie der 48-Jährige auf Anfrage deutlich macht, sei dieser Schritt keine Entscheidung gegen Waldkraiburg, sondern eine für Regensburg und die neue Aufgabe. „Diese Herausforderung reizt mich sehr.“

Er sei nicht nach Waldkraiburg gekommen, um gleich wieder zu gehen, so Keßler. Die Chance sei aber sehr früh gekommen. Die Stadtbau in Regensburg hat mit fast 100 Mitarbeitern, fast 7000 Wohnungen und einer Bilanzsumme von 395 Millionen Euro eine ganz andere Größenordnung als ihr Waldkraiburger Pendant mit rund 30 Mitarbeitern, gut 1000 Wohnungen und einer Bilanzsumme von rund 70 Millionen. Für den Wechsel spreche, dass es in Regensburg insbesondere um das Thema Wohnungsbau gehe, während er in Waldkraiburg zuletzt besonders intensiv mit der Entwicklung von kommunalen Gebäuden befasst war. „Vom Wohnungsbau komme ich her.“ Bei der GEWOFAG, einer Tochter der Stadt München, hatte Keßler Erfahrungen als Stadtplaner und Projektentwickler gemacht. Erst im November 2017 war er von dem kommunalen Wohnungsriesen in der Landeshauptstadt nach Waldkraiburg gewechselt.

Auch hier sollte er Akzente im Bereich des Neubaus setzen. In kurzer Zeit hat der neue Geschäftsführer seine Kompetenz unter Beweis gestellt, etwa im Zusammenhang mit der Machbarkeitsstudie zum Schultausch zwischen Liszt-Mittelschule und Förderzentrum. Viel Zeit habe er auch in die Vorbereitung der Entscheidung in Sachen Rathaus gesteckt. Weitere Projekte, die ihn intensiv beschäftigten, waren die Bebauung auf dem Stadtbau-Gelände am Adalbert-Stifter-Weg, „das Sorgenkind alter Bahnhof“ oder die Nachnutzung des Geländes am „Weißen Hirsch“ (zwischen Gymnasium und Bayernbrücke).

Kein Wunder, dass Bürgermeister Robert Pötzsch Keßlers „überraschenden Abschied“ bedauert. „Ein guter Mann“, der Vieles angestoßen habe, vor allem in Sachen Projektsteuerung und Planungsabläufen. So rasch wie möglich soll die Stelle ausgeschrieben und besetzt werden.

Auch Keßler will sich bei der Suche nach dem Nachfolger einbringen. Auf keinen Fall dürfe es durch seinen Weggang zu Verzögerungen beim Rathaus-Projekt kommen. „Das ist das drängendste Thema, dass wir in das Vergabeverfahren für die Architekten und Planer kommen, Wegen der aufwendigen europaweiten Ausschreibung werde das bis September aber nicht abzuschließen sein.

Weniger Probleme sieht er bei den Bauprojekten der Stadtbau in der Porschestraße, am Weißen Hirsch (gemeinsam mit Toerring-Brauerei) oder im Adalbert-Stifter-Weg. Da sei zunächst die Stadtverwaltung dran, die Bauleitplanverfahren voranzubringen, damit ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gleich anpacken könne.

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