Waldkraiburg und die Welt – Waldkraiburg will keine „teure Benzininsel“ sein. Der Motorclub und die örtlichen Tankstellenbetreiber protestieren bei den Mineralölfirmen gegen die Benzinpreise, die in der Industriestadt deutlich teurer sind als in der Kreisstadt. Das berichtet die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren.
In den Nachbarorten und vor allem in Mühldorf zahlen die Autofahrer für die gleichen Markenkraftstoffe weniger als in Waldkraiburg. Die Gründe werden bei einem gemeinsamen Diskussionsabend von Motorclub und örtlichen Tankstellenbesitzern und -pächtern deutlich: Anfang 1969 haben die Mineralölfirmen in verschiedenen Orten eine andere Preisstaffelung eingeführt. Überall dort, wo ringfreie Tankstellen einen billigeren Benzinpreis anbieten, so wie in Mühldorf zum Beispiel, reagieren die Mineralölunternehmen. Die örtlichen Pächter haben nichts von den höheren Preisen in Waldkraiburg. Raubtierdompteure leben gefährlich. Das zeigt sich auch bei einem Gastspiel des Circus Brumbach in Waldkraiburg. Offensichtlich haben sich die vier Berberlöwen „noch nicht ganz an ihren neuen Herrn und Meister gewöhnt“. Nur wenige Monate zuvor war ein Dompteur im Winterlager des Zirkus in Neumarkt-St. Veit von Löwen angefallen und tödlich verletzt worden. Vielleicht auch deshalb kommt den Zuschauern der Auftritt nicht geheuer vor. Bei allen Vorstellungen ist aus diesem Grund die freiwillige Feuerwehr vor Ort, heißt es in dem Bericht der Zeitung.
Acht Monate nach der Eröffnung des Übergangswohnheims für Spätaussiedler in der Erzgebirgsstraße zieht die Zeitung eine Zwischenbilanz. Demnach haben in dieser Zeit 210 Personen das Heim durchlaufen, das bei voller Auslastung 120 Menschen aufnehmen kann. 20 Familien haben bereits eine Wohnung in Waldkraiburg bekommen, viele andere sind meist aus beruflichen oder familiären Gründen in andere Städte weitergezogen.
Die Befürchtungen, es kämen vor allem ältere Menschen, die nicht mehr in den Arbeitsprozess eingegliedert werden können, haben sich nicht bestätigt. Mehr als 30 Prozent der Bewohner, die aus der DDR und anderen Ostblockstaaten stammen, sind jünger als 20 Jahre. Fast 40 Personen sind allein in Waldkraiburger Firmen als Facharbeiter, Hilfskräfte und Lehrlinge beschäftigt.
Tausend Quadratmeter ausgedürrtes Gras, Bäume und Sträucher fallen einem Waldbrand mitten in der Stadt zum Opfer. Die Feuerwehr kann laut Bericht der Heimatzeitung eine Ausbreitung des Brandes auf das benachbarte Gelände des Chemieunternehmens Lowi verhindern.