Gars – Rund 30 Bürgerinnen und Bürger haben sich im Dorfhaus Lengmoos zur Bürgerversammlung eingefunden. Dabei ging es um folgende Themen:
• Statistik: 3971 Einwohner zählte die Gemeinde Gars zum Ende des Jahres 2018. Davon lebten 1399 im Hauptort Gars, 420 in Au am Inn, 459 in Mittergars, 827 in Gars Bahnhof und 866 in Lengmoos. Sämtliche Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien sind anerkannt und befinden sich in Ausbildung, Schule oder haben eine Arbeitsstelle gefunden. 357 ausländische Mitbürger verzeichnete die Gemeinde im vergangenen Jahr.
• Kindergärten und Schulen: 178 Kindergartenplätze bietet die Gemeinde im Kinderhaus Sankt Antonius in Gars, die von 134 Kindern belegt sind. „Eine Differenz ergibt sich, da Integrationskinder dabei zweimal, manche sogar dreifach gezählt werden“, erläuterte Bürgermeister Norbert Strahllechner. Eine Kindergartengruppe ist derzeit im Gebäude der alten Grundschule untergebracht. „Das alte Grundschulgebäude ist desolat und gehört abgerissen“, so Strahllechner. In Au am Inn besuchen 17 Kinder die Kindertagesstätte.
Die Grundschule sei mit 215 Kindern gut besucht. Strahllechner bedauerte, dass an der Mittelschule lediglich 200 Schüler gemeldet seien und jährlich ein Rückgang zu verzeichnen ist. So waren im Jahr 2013 noch 223 Schüler, im Schuljahr 2007/2008 sogar 306 Schüler dort gemeldet. „Doch dafür brauchte die neue Grundschule nicht so groß gebaut werden“, so Strahllechner. „Denn die Grundschule kann freie Räume in der Mittelschule nutzen.“ Dies sei seit der Zusammenführung der Grund- und Mittelschule im Jahr 2017 möglich.
Die Sanierung der Mittelschule, die ab dem Jahr 2006 bis 2008 stattgefunden hat, sei so schlecht ausgeführt worden, dass es einer „Sanierung nach der Sanierung“, so Strahllechner, bedarf. Im Juli erwartet er eine letzte und entscheidende Gerichtsverhandlung, sodass danach das weitere Vorgehen geklärt ist.
Am Gymnasium in Gars sollen alte Lehrwerkstätten abgerissen werden und ein Neubau entstehen. Um den Hang zu sichern, sind Spundwände notwendig. Strahllechner schätzt, dass der Neubau in den Jahren 2021/2022 fertiggestellt sein wird.
• Ausgaben und Einnahmen: Der Haushalt der Gemeinde Gars liegt bei 10,8 Millionen Euro, davon umfasst der Verwaltungshaushalt 6,88 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt 3,9 Millionen Euro. Die Schulden der Gemeinde liegen bei 2,1 Millionen Euro bei Rücklagen von 2,2 Millionen Euro. „Wir haben viel zu erneuern“, berichtet Strahllechner. Die Gemeinde Gars habe viel zu stemmen, wie den Neubau der Grundschule. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 542 Euro. Die Hebesätze bleiben im laufenden Jahr konstant bei 350 Prozent für die Grundsteuern A und B, sowie bei 345 Prozent für die Gewerbesteuer. Rund 80000 Euro hat die Gemeinde Gars im vergangenen Jahr für EDV ausgegeben. „Als Kommune kommt man da nicht raus“, so der Bürgermeister über die Kosten. „Dazu gibt es auch noch Neuregelungen zum Datenschutz.“
• Rückblick 2018: Das Oberschätzl-Haus am Marktplatz wurde gekauft, das Gebäude abgerissen. Entstehen soll ein Gebäude mit sechs Wohnungen, davon zwei im Erdgeschoss, die seniorengerecht und barrierefrei ausgeführt sind. Nach Ostern ist Baubeginn, der Rohbau soll im Juli stehen und – nach Angaben des Bauunternehmens – im Dezember bezugsfertig. Strahllechner dankte den Lengmoosern für ihre Unterstützung bei den Feierlichkeiten zur 1250-Jahrfeier.
ie Stockschützen haben eine eigene Halle für 185000 Euro gebaut. Die Gemeinde hat die Parkflächen überarbeitet und ein Teilstück der Auffahrt erneuert.
In Gars Bahnhof sind neue Fahrradständer sowie sechs neue Stellplätze für Pkw errichtet worden.
Der Friedhof Gars erhielt im Jahr 2018 neue Tore. In Lengmoos sind die Außenanlagen des Dorfhauses im vergangenen Jahr abgeschlossen worden.
• Breitbandausbau: Den Breitbandausbau hat die Telekom nicht fortgesetzt. „Das ist für sie unwirtschaftlich“, sagte Strahllechner, so habe die Firma Amplus den Zuschlag erhalten. Jedoch darf das Unternehmen nicht die bereits verlegten Glasfaserkabel der Telekom nutzen, sondern hat nun seine Kabel auf der anderen Straßenseite verlegt. Bürger aus Eismannstett haben Leerrohre von rund 400 Metern in Eigenregie verlegt für Glasfaser. Auch die Bürger aus Bergholz haben Privat Leerrohre unterirdisch verlegt. Ansonsten wäre ein Mast aufgestellt worden. Die Gemeinde Gars hat Maschinen- und Materialkosten übernommen. Zur Doblmühle hat die Firma Iska Kabel verlegt. „Wenn etwas nicht funktioniert oder das Internet sehr langsam ist, müssen die Bürger die Störungsstelle anrufen“, griff Strahllechner bestehende Probleme auf. Oftmals sei ein privater Router die Ursache, zitierte der Erste Bürgermeister die Aussagen der Telekom.
• Baugrundstücke: In Gars-Bahnhof wurden in zwei Baugebieten Kaming mit sechs Parzellen, Waldrand mit fünf Parzellen inzwischen alle Parzellen der Gemeinde vergeben. Einen Fortschritt beim Baugebiet in Au am Inn wusste der Bürgermeister zu vermelden: „Der Bebauungsplan ist ab Juni oder Juli hoffentlich abgeschlossen.“ Seit rund zehn Jahren sei die Gemeinde dabei, dies auszuweisen. „Hier hatten die Naturschutzbehörde Einwände gebracht. Inzwischen ist ein Laichgewässer geschaffen“, so Strahllechner. Die Gemeinde sei jedoch stets auf der Suche nach weiteren Baugrundstücken. 47 Bauanträge gingen im vergangenen Jahr ein. „Der Bau boomt“, sagte Strahllechner.
• Verkehrssituation Lengmoos: Seit vergangenem Jahr finden durch den Verkehrsverein Töging Geschwindigkeitsmessungen statt. Einnahmen zwischen 1300 und 1500 Euro brächten diese ein. „Lengmoos ist hier eine gute Einnahmequelle. Dass die Verstöße wegen überhöhter Geschwindigkeit nicht abnehmen zeigt, dass es die Leute einfach nicht lernen und die Messungen wichtig sind“, sagte Strahllechner.
Das Engagement von Lengmooser Bürgern, einen Gehweg an der Dorfstraße zwischen Gars und Haag zu errichten, trägt sehr langsam Früchte. Drei Varianten hat der Bau- und Umweltausschuss ausgemacht. Derzeit liegen die Vorschläge bei einem Ingenieurbüro, der auch Preise für die jeweiligen Lösungen ermitteln soll. Jedoch sei das Büro derzeit überlastet, so Strahllechner.
• Feuerwehren: Die Feuerwehr in Gars benötigte im vergangenen Jahr einen neuen Öl- und Benzinabscheider. Das Gebäude wurde durch Eigenleistung der Feuerwehrmitglieder instand gesetzt. In Au gab es einen Neubau, in Mittergars wurde die alte Schule für die Feuerwehr umgenutzt, nun sei die Feuerwehr in Lengmoos an der Reihe. „Es gibt keinen Besprechungsraum, der Aufenthaltsraum ist viel zu klein“, berichtete Strahllechner. Zudem sei das Gebäude unbeheizt. „Wenn wir den anderen Feuerwehren geholfen haben, werden wir für Lengmoos auch eine Lösung finden.“ Das Land rund um das Feuerwehrgebäude möchte der Besitzer nicht verkaufen. Ein Neubau an einer anderen Stelle ist notwendig.
• Stampflschlössl: Das Stampflschlössl, offiziell Burg Megling, hat einen neuen Besitzer, nachdem es jahrelang als Künstleranwesen genutzt wurde. Er möchte den Turm und das Erdgeschoss für die Öffentlichkeit zugängig und für Veranstaltungen nutzbar machen. Auch für Führungen sei der neue Besitzer bereit, sagte Bürgermeister Strahllechner. Ein Kanalanschluss ist geplant.