Ein Krematorium für Tiere

von Redaktion

Die Pegasus Tierbestattungen GmbH plant den Bau eines Krematoriums für Haustiere und Pferde. Hinter der Tierkörperverwertungsanlage (TVA) in St. Erasmus soll die Halle entstehen, an die ein Verwaltungsgebäude angegliedert ist.

Waldkraiburg – Das geliebte Pferd nach dessen Tod in die Tierkörperverwertungsanlage? Für viele Besitzer ein Graus. Seit einer Änderung des Gesetzes zur „Beseitigung tierischer Nebenprodukte“ im Februar 2017 ist das Einäschern von Pferden in Deutschland erlaubt. Das soll ab dem nächsten Jahr auch in Waldkraiburg möglich sein. Die Pegasus Tierbestattungen GmbH plant den Bau eines Krematoriums für Haustiere und Pferde. Dazu soll hinter der TVA eine etwa 20 mal 30 Meter große, sechs Meter hohe Halle entstehen, in der ein Kremierungsofen mit zwei Brennkammern vorgesehen ist. Der Zweikammerofen besteht aus einer Brennkammer für Kleintiere und einer Brennkammer für Pferde. Des Weiteren sind zwei gekühlte Lagerräume, Büro- und Sozialräume für die Mitarbeiter und eine Anlieferungshalle geplant. Integriert ist ein Verabschiedungsraum für die Besitzer, von dem aus sie die Kremierung verfolgen können. Verbrannt werden die Tiere bei Temperaturen zwischen 900 und 950 Grad.

Ausgelegt ist das Krematorium vorrangig für Pferde. „Die Anlage rechnet sich bei sieben Pferden pro Woche“, sagt Rainer Berndt, Geschäftsführer der Berndt GmbH, die das Projekt finanziell unterstützt. Zum Vergleich: In der TVA werden jährlich rund 600 Pferde verarbeitet. Ziel ist es, dass bis September die Baugenehmigung vorliegt. Berndt rechnet mit einem knappen Jahr Bauzeit. Juli/August 2020 könnte dann die Anlage in Betrieb genommen werden. Insgesamt kostet der Bau des Tierkrematoriums nach eigenen Angaben drei Millionen Euro. Die Pegasus Tierbestattungen GmbH bietet Pferdebesitzern bereits die Möglichkeit, sich würdevoll von seinem Tier zu verabschieden. Verbrannt werden sie bislang in einem Schweizer Partnerkrematorium.

Für eine optimale Verbrennung hat der Zweikammerofen eine Leistung von 150 Kilogramm pro Stunde. „Eigentlich ist die Anlage klein“, sagt Berndt. Doch behandelt wird sie als große Anlage, weil die Kapazität über 100 Kilogramm pro Stunde liegt. Bei Pferden würde aber ein solcher Ofen nicht richtig funktionieren. Mehr Leistung bedeutet aber auch, dass ein Genehmigungsverfahren hinsichtlich des Immissionsschutzgesetzes erforderlich ist. Über einen 27 Meter hohen Kamin müssen die Rauchgase nach einer Gasreinigung in die Atmosphäre geleitet werden. Eine Geruchsbelästigung für die Anwohner sei aber nicht zu erwarten. „Bei den hohen Temperaturen bleibt nichts übrig. Das ist technisch nicht möglich“, erklärt Berndt.

Von behördlicher Seite her hat das Unternehmen nach eigenen Aussagen bereits alles abgearbeitet, die erforderlichen Gutachten liegen vor. Jetzt müsse man abwarten, ob es Einsprüche gegen die Pläne gebe. „Falls es welche gibt, versuchen wir, die im Vorfeld in Einzelgesprächen zu klären“, sagt Berndt. Bei zu vielen Einwendungen würde es einen Anhörungstermin geben. „Wir hoffen, dass auch die Anwohner diese Anlage als klein einstufen.“

Für das Unternehmen ist es nicht das erste Tierkrematorium. Die Berndt GmbH ist mit dem Tierschutzbund an einem Tierkrematorium in München-Riem beteiligt. Eine Einrichtung, die laut Berndt, die Kunden nicht missen wollen. Denn für viele sei das Haustier Familienmitglied.

Für verstorbene Pferde bietet das Unternehmen einen eigenen Abholservice an. Mittels eines Spezialwagens werden die Tiere vom Stall oder Weide abgeholt und mit einem Anhänger ins Krematorium gebracht. Haustierbesitzer können ihre verstorbenen Lieblinge selbst bringen. Nach der Kremierung dürfen die Besitzer die Asche ihres Lieblings mit nach Hause nehmen. Dann kann die Urne im Garten vergraben oder die Asche verstreut werden.

„Die Nachfrage ist da“, ist Berndt überzeugt. Bis Februar 2017 war das Verbrennen von Pferden in Deutschland nicht erlaubt. „Viele Besitzer haben sich darüber aufgeregt, wie die verstorbenen Pferde behandelt werden.“

Im Garten unter Bedingungen

Wir hoffen, dass auch die Anwohner

diese Anlage als klein einstufen.

Rainer Berndt

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