Mikroplastik auf dem Kunstrasenplatz?

von Redaktion

Der SV Aschau wünscht sich einen Kunstrasenplatz, bei der Finanzierung packt die Gemeinde Aschau mit an. Doch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats trieb in diesem Zusammenhang einen Bürger eine Sorge um: Mikroplastik.

Aschau – Hat sich die Gemeinde gut informiert? Diese Frage tauchte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von einem Bürger auf. Immerhin soll gerade bei Kunstrasenplätzen die Mikroplastikbelastung sehr hoch sein, wie er in den Medien verfolgt hätte. „Gibt’s das auch in Aschau? Habt ihr euch gut informiert?“

Bürgermeister Alois Salzeder (AWG) wiegelte ab. Mikroplastik gebe es fast überall, zum Beispiel durch Reifenabrieb. Doch der besorgte Bürger ließ nicht locker: „Aber muss man es extra machen?“

Ernst Doleschal (CSU) hatte zu diesem Thema einen Beitrag im Fernsehen verfolgt und wandte ein, dass Kunstrasenplätze in Verdacht stehen, der drittgrößte Verursacher für Mikroplastik zu sein.

Diese Information war für Salzeder neu. Deshalb werde die Gemeinde diese Problematik berücksichtigen und sich schlau machen. „Wir sind noch in der Findungsphase.“ Zeit dafür gibt es: Denn wie der Bürgermeister auf Nachfrage mitteilt, kann mit dem Bau des Kunstrasenplatzes aktuell noch nicht begonnen werden. Bislang konnte das dafür nötige Grundstück nicht erworben werden.

Eine Studie des Fraunhofer Instituts ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Kunstrasenplätze möglicherweise der drittgrößte Verursacher für Mikroplastik sind. Weniger die Plastikhalme, sondern das Granulat sei als Quelle für Mikroplastik zu sehen. Kleinste Kunststoffteile würden durch Abrieb und Verwehungen in die Umwelt gelangen. Gerade in Gewässernähe seien sie eine Gefahr für Verunreinigungen. Die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag hat darauf reagiert und jüngst gefordert, dass die Staatsregierung Gemeinden und Vereine bei der Realisierung von umweltfreundlichen Alternativen unterstützen soll.

Der SV Aschau wünscht sich die Errichtung eines Kunstrasenplatzes mit Flutlichtanlage, die Gemeinde will dem Verein finanziell unter die Arme greifen. Die Kosten ohne Grundstück liegen bei etwa 718500 Euro, die Gemeinde hat dafür im Finanzplan 400000 Euro berücksichtigt. Der Gemeinderat machte als Bedingung für einen Zuschuss allerdings, dass der Platz auch öffentlich genutzt werden darf. Auch aus dem Förderprogramm Leader ist mit einem Zuschuss zu rechnen.hi

Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik sind kleinste, unlösliche Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter groß sind. Dabei wird unterschieden zwischen primärem Mikroplastik, wie es zum Beispiel auch in kosmetischen Produkten eingesetzt wird, und sekundärem Mikroplastik, das bei der Zersetzung größerer Plastikteile entsteht.hi

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