Geothermie

Bürgermeister Pötzsch zeigt die großen Linien der Stadtpolitik auf

von Redaktion

Bürgerversammlung Nachverdichtung als „oberstes Ziel“ – 1200 Kinderbetreuungsplätze – Neues Rathaus bis 2023?

Waldkraiburg – Die Stadt ist an ihre Grenzen gestoßen und tut sich schwer, Gewerbe- und Wohngebiete zu entwickeln. Aus diesem Grund seien die Bebauung von Brachflächen und die Nachverdichtung „oberstes Ziel“ der Stadtpolitik. Das betonte Bürgermeister Robert Pötzsch bei seinen Berichten in den Bürgerversammlungen im Haus der Kultur und im Pfarrhof in Pürten. Erst wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sei die Entwicklung von Arealen des Freistaates oder auch der großen Reservefläche Her-zogshart denkbar.

Diese Prioritätensetzung schlägt sich in der regen Bautätigkeit nieder. „Große Bauprojekte und Baustellen nehmen Fahrt auf.“ Pötzsch nannte etwa das Konen-Gelände, den Iserring, das ehemalige Haldenwanger-Gelände und die Bebauung an der Berliner-/Egerländer Straße. Da gehe es um hochwertigen Miet- und Eigentumswohnungsbau, „der dringend gebraucht wird“.

Gleichzeitig stellte Pötzsch klar: Grünflächen und Parkanlagen, die als innerstädtische Erholungsflächen ausgewiesen sind, „bleiben erhalten. Da wird keiner dran gehen!“

Parallel zum Wohnungsbau hat der Ausbau des Fernwärmenetzes wieder Fahrt aufgenommen. Schon im Vorjahr, als eine Hauptachse vorangetrieben wurde, so Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner. Drei Millionen wurden in die Erweiterung des mittlerweile 20 Kilometer langen Netzes gesteckt, eineinhalb bis zwei Millionen werden es heuer sein. 2200 Wohneinheiten hängen schon an der Geothermie. „Heuer werden viele Häuser hinzu kommen“, sagt Lechner.

Das Thema Kinderbetreuung stellte der Bürgermeister als weiteren Schwerpunkt heraus. Ein neues „Kinderhaus“ entsteht in der Haidaer Straße. Ein ehemaliges Gewerbegebäude wird unter größtem Zeitdruck zur „Städtischen KiTa Kunterbunt“ mit 24 Krippenplätzen und 80 Kindergartenplätzen umgebaut. Bisher sind die Kinder noch in Containern am Kalander untergebracht. Der Kostenrahmen 2,3 Millionen Euro. In wenigen Wochen ist Baubeginn, im September, spätestens Oktober soll die Kita einziehen. Inklusive der städtischen Einrichtung stehen seit Herbst 2018 1190 Betreuungsplätze in Waldkraiburg zur Verfügung: 721 im Kindergarten, 278 Hortplätze, 156 Krippenplätze, 36 in der Mittagsbetreuung.

Bei vier Millionen Euro liegt der Kostenrahmen für die Aufstockung der Diesel-Grundschule. Für den Hort und die Ganztagsschule braucht es zusätzliche Klassen- Fach- und Gruppenräume. Zum Schuljahr 2020/21 soll das zweite Obergeschoss fertig sein.

Große Herausforderungen stellt der Schultausch zwischen Liszt-Mittelschule und Förderzentrum. Beide Schulen müssen saniert und erweitert werden, das Förderzentrum platzt aus allen Nähten, wenn es endlich auch einen Ganztageszug anbietet. Der Schultausch ist möglich, wie eine gemeinsame Machbarkeitsstudie mit dem Landkreis gezeigt habe, „und die kostengünstigste Lösung“. Im Zuge des Gebäudetauschs werde auch die Verkehrssituation im Schulviertel Waldkraiburg-Süd entlastet.

„Beim Waldbad fangen wir wieder bei Null an“, so Pötzsch. Eine Projektgruppe soll mit Unterstützung eines externen Begleiters Vorschläge erarbeiten. Eine Zahl ist dabei festgeschrieben: „Elf Millionen können wir uns leisten.“

Für das Forschungszentrum der Hochschule Rosenheim, zu dem es in der Bürgerfragerunde kritische Anmerkungen gab (wir berichteten), werde die Stadt mindestens 600000 Euro jährlich aufbringen müssen. Pötzsch: „Wir werden dieses Risiko eingehen.“

Beim Rathaus läuft es „in Richtung Neubau“ am Stadtplatz. Pötzsch ist froh darüber. Auf rund 23 Millionen Euro werden die Kosten für ein kompaktes, viergeschossiges Gebäude und eine neue Tiefgarage geschätzt. Im ersten Bauabschnitt soll das neue vor das alte Rathaus gesetzt werden, dann der Altbau abgerissen werden. Der Weg ist weit. Im Herbst 2023 könnte das Rathaus bezugsfertig sein. Über eine mögliche Wohn-, Büro- oder Gewerbebebauung auf der dann freien Fläche am Sartrouville-Platz sei noch keine Entscheidung gefallen, so der Bürgermeister.

30000 Tonnen CO2 eingespart

Rund 30000 Tonnen CO2 wurden durch die Geothermie seit dem Jahr 2012 in Waldkraiburg eingespart. Das entspricht 13,2 Millionen Liter Heizöl, so Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner.

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