Auch Tiere in Würde bestatten

von Redaktion

„Das wird für viele Menschen eine große Hilfe sein, den letzten Weg mit ihrem Tier zu gehen.“ Georgine Nitsch begrüßt es sehr, dass in St. Erasmus ein Tierkrematorium entstehen soll. Als ihr geliebter Hund Bruno starb, musste sie nach München fahren, um ihn einzuäschern.

Waldkraiburg – Wenn Georgine Nitsch von ihren Tieren erzählt, kommt ein glückliches Strahlen in ihr Gesicht. Überall sieht man Bilder in ihrem Haus, auch von geliebten Tieren. Wunderschöne Erinnerungen an vergangene Zeiten. Wie für alle Tierliebhaber, sind für die Waldkraiburgerin ihre „Fellnasen“ ein sehr wichtiger Teil des Lebens. Auch für ihren Ehemann und ihren Sohn sind die Vierbeiner nicht mehr wegzudenken.

Nitsch hat erfahren, dass Tiere das Leben von Menschen bereichern. Sie sind perfekte Seelentröster. „Vor allem in schweren Zeiten, bei Krankheit und Trauer, geben sie dir Kraft, spenden Trost und machen dir Mut“, sagt die 54-Jährige. „Es ist unglaublich, was Tiere alles bewirken können. Sie merken es, wenn es dir schlecht geht und spüren, wenn jemand sterben muss. Wir können sehr viel von ihnen lernen.“

Im Laufe ihres Lebens musste sie schon einige ihrer treuen Weggefährten zur „Regenbogenbrücke“ begleiten. Viele Katzen und zuletzt ihren treuen Hund „Bruno“. Der Hovawart-Aussie-Mischling starb mit elf Jahren im Mai 2013. Bruno stammte wie die meisten ihrer Tiere aus dem Tierschutz.

„Als Bruno starb, wusste unser Tierarzt, dass wir ihm einen würdevollen Abschied ermöglichen wollten. Einfach einschläfern und bei der Tierkörperbeseitigung entsorgen lassen, kam für uns niemals in Frage“, erzählt Georgine Nitsch. Bruno war ein fester Teil der Familie. „Eine treue Seele, die unser aller Leben bereicherte. Deshalb wollten wir ihm ein schönes Denkmal setzen.“ So beschloss die Familie, den Hund im Tierkrematorium in München verbrennen zu lassen. Sie entschieden sich für eine Einzeleinäscherung. Die Asche bewahren sie seitdem in einer wunderschönen kugelförmigen gelb-orangenfarbenen Urne auf.

Aus einigen Fellhaaren und ein wenig Asche ließen sie sich einen schönen Anhänger machen. „Damals mussten wir unseren toten Hund auf einen Anhänger legen und zum Tierkrematorium nach München fahren. Das war schrecklich. Im Krematorium war man zum Glück sehr freundlich zu uns. Wir spürten, dass es genau richtig war, was wir taten“, erinnert sich die Waldkraiburgerin.

Sie weiß nur Positives vom Tierkrematorium in München zu berichten. Die angenehme Atmosphäre, die Beratung und Betreuung, der Abschied vom treuen Weggefährten, alles war bestens organisiert. Sie findet es gut, dass nun endlich in ihrer Nähe ein Tierkrematorium gebaut werden soll, sagt Nitsch, die davon überzeugt ist, dass den Menschen das Thema „Tod“ Angst macht. Man setzt sich nicht gerne damit auseinander.

Dabei sei es so wichtig, darüber offen zu sprechen und jedem Lebewesen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es eine tolle Sache ist. Wenn das dann noch so schön gestaltet wird, wie wir es in München erlebt haben, wird es für viele Menschen eine große Hilfe sein, den letzten Weg mit ihrem Tier zu gehen. Ich finde, ein Tierkrematorium ist eine sehr gute Einrichtung. Ich denke, dass viele Tierfreunde solch eine Einrichtung begrüßen werden“, sagt Nitsch.

Vor allem auch für ältere tierliebe Menschen sei ein Krematorium in der Heimat eine Hilfe, denn sie können nicht so einfach mit ihrem toten Tier nach München oder Salzburg fahren, um es würdevoll bestatten zu lassen.

Familie Nitsch holte sich nach Brunos Tod wieder einen Hund zu sich. Barney, ein Mioritic-Mischling. Er ist wie Bruno, der perfekte Mediziner, Therapeut, Freund und ein wundervoller Weggefährte. Auch von ihm werden sie später einmal in Würde Abschied nehmen. So wie sie es damals bei Bruno getan haben.

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