Klimadiskussion mit dem Minister

von Redaktion

Noch immer demonstrieren Schüler freitags für den Klimaschutz. Einen ersten Erfolg haben die bayerischen Schüler erreicht: Umweltminister Thorsten Glauber hat zu zwei Jugend-Klimakonferenzen eingeladen. Anna Mußner vom Gymnasium Waldkraiburg und Chiara Molter von der Realschule Waldkraiburg waren dabei.

Waldkraiburg – Es ist ein Thema, das viele Schüler bewegt und jeden betrifft: Der Klimawandel. „Fridays for Future“ hat Jugendlichen eine Stimme verliehen und der hat nun auch Umweltminister Thorsten Glauber zugehört. In Erlangen und München fanden Jugend-Klimakonferenzen statt, bei denen Schüler aus Bayern in Workshops zunächst Umweltthemen erörterten und anschließend im Plenum mit dem Umweltminister diskutierten. In München diskutierten auch Chiara Molter (Realschule Waldkraiburg) und Anna Mußner (Gymnasium Waldkraiburg) mit.

Das Thema bewegt sie schon länger, beide haben es zum Thema an ihren Schulen gemacht. Der Grund auch, warum die beiden zur Jugend-Klimakonferenz geschickt wurden. Allzu große Erwartungen hatten sie beide nicht vor der Konferenz, sie gingen eher ergebnisoffen an die Diskussion heran.

„Meine Hoffnung war, dass Umweltminister Thorsten Glauber uns zuhört und unsere Belange annimmt, dass er versucht, etwas zu machen“, sagt Chiara Molter im Nachhinein. Anna Mußner sah noch eine zweite Chance: sich als Schüler untereinander zu vernetzen, andere Projekte kennenzulernen und diese möglicherweise an die eigene Schule zu bringen. Ein Austausch mit Jugendlichen, die ähnlich denken, wie Chiara sagt.

Eine „Pseudoveranstaltung“ – so wie sie es anfangs vielleicht auch befürchtet hatten – war es dann doch nicht. Was nervt? Welche Lösung gibt es? Welche Forderung haben die Schüler? Analog zu diesen Fragen erarbeiteten die Schüler in den Workshops die Themen Mobilität, Konsum und Energie, Lehrer moderierten die Arbeitsgruppen, begleitet von Wissenschaftlern. Anschließend brachten sie ihre Ideen im Plenum ein. „Wir waren erstaunt, wie lange Mobilität diskutiert wurde“, erzählt Anna. Denn die Forderung nach einem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr machte die Unterschiede zwischen Stadt und Land deutlich. Es würde auch an Qualität fehlen, wie Glauber ihnen erklärte.

Die Stimmung unter den Jugendlichen war geteilt. „Manche waren der Meinung, dass der Minister nur beruhigen will“, sagt Anna. Auch wenn es zum Teil laut im Plenum geworden sei, der Minister sich anfangs vielleicht noch angegriffen gefühlt habe: „Es wurde richtig diskutiert. Das war total in Ordnung.“ Der Minister habe ihnen zugesagt, die Themen in den Landtag einzubringen. Dazu zählt, dass der öffentliche Nahverkehr nicht umsonst sein soll, Tickets aber nur noch zehn Euro kosten. Plastiktüten sollen verboten werden, ebenso wie die 10-H-Regel bei Windrädern abgeschafft werden soll.

Unterschiedliche Umweltthemen trieben die beiden Schülerinnen um: „Es gibt Möglichkeiten, Kohle- und Atomkraftwerke zu ersetzen. Wieso macht man es dann nicht“, fragt sich Anna. Dazu brauche es Solar, Wind, Wasser und Biogas als Energiequelle, Solarenergie allein reiche nicht aus. Chiara setzt ein großes Fragezeichen hinter den Fleischkonsum und die Verpackung: „Warum werden Tiere so behandelt? Warum muss so viel – auch Bioprodukte – mit Kunststoff verpackt werden? Das ist doch unnötig.“

Am Ende blieb bei Anna und Chiara das Gefühl, dass die Jugendlichen bei der Klimakonferenz etwas erreicht haben. „Aber wir wissen nicht, wie damit umgegangen wird.“ Wichtig sei, dass der Klimaschutz bei allen ankomme, denn er betreffe alle. „Man darf nicht blind durch die Welt laufen“, sagt Chiara. Einkauf, Ernährung oder im Garten – man müsse selbst darauf achten, wie man sich verhält.

Drei Ideen habe Glauber den Schülern für ihren Beitrag zum Klimaschutz mitgegeben: eine Blühfläche schaffen, Solarmodule installieren und ein Klimaprojekt umsetzen, vorstellbar mit der Unterstützung eines externen Begleiters.

Als erste Reaktion auf „Fridays for Future“ und die Jugend-Klimakonferenz hat sich am Gymnasium eine Umwelt AG gegründet, noch kein Projekt gibt es an der Realschule. „Wir haben gemerkt, dass wir gerade nicht weiterkommen“, erzählt Chiara. Aber Stillstand ist jetzt der falsche Weg. Deshalb wollen sich die beiden Schülerinnen mit anderen interessierten Jugendlichen zum Thema Klimaschutz austauschen.

In Waldkraiburg soll eine eigene Klimakonferenz in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament der Stadt Waldkraiburg stattfinden. Auch einen Termin gibt es schon: Am 17. Mai treffen sich Schüler der Waldkraiburger Schulen um 16 Uhr im Rathaus.

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