Aschau – Es waren Verhältnisse, die sich manche Gartenbesitzer wünschen würden: Eine Grüngutanlage, die immer dann geöffnet ist, wenn mal wieder Grasschnitt angefallen ist. Oder die Hecke wieder in Form gestutzt wurde. Doch diese Zeiten gehören in Aschau der Vergangenheit an. Seit Kurzem ist das Gelände eingezäunt und nur zu bestimmten Öffnungszeiten zu nutzen. Doch muss das so sein? „Kann man die Grüngutanlage nicht wieder aufmachen?“, fragte Gertraud Langbauer im Gemeinderat. Gerade freitags und samstags würden viele Berufstätige die Zeit für Gartenarbeit nutzen, die Grüngutanlage habe dann aber geschlossen. Aschaus Bürger müssen auf andere Anlagen ausweichen.
Dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist keine Behördenwillkür. Die Grüngut- anlage wird vom Landkreis betrieben und organisiert. „Wir waren die einzige Gemeinde, in der die Grüngutanlage keine Öffnungszeiten hatte“, erklärte Geschäftsleiter Stefan Kirchbuchner zu den Hintergründen. Das hatte Folgen: Die vierfache Menge an Grüngut sei im Vergleich zu anderen Gemeinden abgeliefert worden. Gewerbliche hätten nachts ihr Grüngut abgeladen, ohne zu zahlen. Und immer wieder wurde Eisen und Bauschutt abgeladen.
Dies habe zu vielen Diskussionen mit dem Landkreis geführt. „Das war nicht mehr zu vertreten“, sagte Bürgermeister Alois Salzeder (AWG). Deshalb habe die Anlage zeitgleich mit Bauhof und Wertstoffhof geöffnet. Für Freitag bedeutet dies, dass die Anlage von 12 bis 16 Uhr geschlossen ist, samstags ganztags.
Das sei wenig bürgerfreundlich, wie Gertraud Langbauer befand. Für Samstag sollte eine Lösung gefunden werden. Auch wenn der Bürgermeister zusagte, „es auf jeden Fall wieder zu probieren“, ganz so einfach war es doch nicht. „Wer schließt auf? Wer übernimmt die Kosten?“, fragte Kirchbuchner. Der Landkreis habe die Gemeinde schließlich angemahnt, dass die Sammelstelle ohne Einzäunung nicht möglich sei. Dennoch hat er Verständnis dafür, dass der Samstag für die Bürger ein Ärgernis ist.
Also wie soll die Gemeinde vorgehen? Einen Versuch wollte Thomas Wintersteiger (CSU) starten. Für einen Monat die Grüngutanlage am Samstag zugänglich machen und einen Monat später Bilanz ziehen.
Lukas Salzeder (AWG) hingegen schlug vor, jemanden mit der Aufsicht zu beauftragen. „Wir haben das erst kürzlich beschlossen und können nicht jetzt eine Kehrtwende machen. Eine Stelle könne ausgeschrieben werden.“
Auf den guten Willen der Leute setzt Christian Mayerhofer: Keine Stelle schaffen, sondern ein Hinweisschild aufstellen. Ein solches existiert aber bereits.
Am Ende verständigten sich die Gemeinderäte darauf, als Versuch Freitag und Samstag wieder zu öffnen. Für Samstag soll jemand gesucht werden, der das Gelände aufsperrt und ein Auge darauf hat, wenn Grüngut abgeladen wird.