„Auf Weihnachten a Bodhosn“

von Redaktion

Heuer wird‘s noch nix mit dem Naturbad. 2020 werde es „auf alle Fälle“ in Betrieb gehen. „Auf Weihnachten könnt‘s Eich a Bodhosn wünschen“, so Bürgermeister Heiml in der Bürgerversammlung in Kraiburg. Auch die beiden Baugebiete kommen voran, fast fertig ist der Hochwasserschutz.

Kraiburg – Klar, den Bürgern kann es nicht schnell genug gehen. Deshalb waren nicht alle zufrieden mit den Ausführungen des Bürgermeisters zu den beiden Baugebieten. Herbert Heiml bat um Geduld. Es dauere noch, bis die Planung beim Baugebiet „Kumpfmühle“ abgeschlossen sei. „Wir sind in der Ausschreibung.“ Die Büros sind aber mit Arbeit eingedeckt. Das Ziel: „Wir wollen heuer die Erschließung machen“, so Heiml vor etwa 70 Besuchern in der Remise.

Das Baugebiet an der „Jettenbacher Straße“ ist dann als nächstes dran. Die Gemeinde sei bestrebt, die Planung für die Erschließung heuer fertigzustellen. Versprechen könne er das aber nicht, einen Termin für die Vergabe von Grundstücken könne er beim besten Willen nicht nennen.

Auch in Sachen Grundstückspreise legte sich der Bürgermeister nicht fest. Für die Kumpfmühle ist wegen des Untergrunds mit hohen Erschließungskosten zu rechnen. Er verwies darauf, dass selbst in Heldenstein oder Zangberg die Erschließung mittlerweile 80 Euro pro Quadratmeter koste.

Deutlich teurer müsse der Grundstückspreis in der Jettenbacher Straße sein. Dort sei die beste, zentrumsnahe Baulage, die die Gemeinde im Moment anbieten kann.

Den Wunsch von Angelika Igerl, dass möglichst wenig Gambionen und Steingärten auf den Baugrundstücken entstehen sollten, teilt der Bürgermeister. „Einerseits wollten alle Artenvielfalt, aber dann baue man Steingärten.“ Allerdings will Heiml das nicht über Vorgaben in den Bebauungsplänen regeln. Wer zu solch hohen Kosten wie heute ein Haus baue, der brauche auch gewisse Freiheiten.

Dass das Baugebiet an der Jettenbacher Straße überhaupt ausgewiesen wurde, das schreibt Heiml auch seiner Hartnäckigkeit zu. „Es war nicht einfach, das durchzusetzen.“ Und dass es mit dem Hochwasserdamm, der Voraussetzung für die Ausweisung war, so schnell ging, sei auch nicht selbstverständlich.

Zu 80 Prozent ist der Hochwasserschutz auf HQ 100-Status fertig. Die Bauarbeiten am Oberen Auweg haben begonnen, die Deicherhöhung im Abschnitt Maximilian wird anschließend ausgeführt. Die gesamte Maßnahme soll bis Ende Juni fertig sein.

Auf die Frage von Gerhard Wastlhuber, ob man dort spazieren gehen könne, meinte der Bürgermeister: Vom Oberen Auweg nach Süden am richtigen Damm sei das natürlich kein Problem. Im Blick auf einen Landwirt, der sich im Bereich Maximilian sehr kooperativ gezeigt und ein Grundstück zur Verfügung gestellt habe, bat er um Verständnis, dass niemand durch dessen Wiesen laufe.

Eine gute Nachricht präsentierte der Bürgermeister in Sachen Naturbad. Der Plan, auf dessen Genehmigung lange gewartet wurde, hatte am Tag der Bürgerversammlung das Rathaus erreicht. „So ein Naturbad ist halt keine einfache Einrichtung.“

Heiml ist sehr zuversichtlich, dass die Marktgemeinde eine gute Förderung (Leaderplus/Mühldorfer Netz) erhält. Zuletzt habe er eine weitere Fördermöglichkeit aufgetan. Konkrete Zahlen wollte er zu diesem Thema noch nicht nennen. Der Bürgermeister appellierte an alle Bürger, dem neu gegründeten Förderverein für das Naturbad beizutreten.

In Sachen Breitbandausbau zog er ein positives Fazit. Der erste Ausbauschritt sei fertig. „Wir sind gut hingekommen.“ Der nächste Schritt (Höfebonus) soll bis spätestens Mitte 2020 fertig sein, voraussichtlich jedoch bereits Ende 2019.

An ihm sei der Breitbandausbau „völlig spurlos“ vorbeigegangen, klagte allerdings Gerry Seidinger. Die zugesagten Bandbreiten würden nicht annähernd erreicht. Heiml bot ein Gespräch in der Gemeinde an, um die Gründe zu klären und gegebenenfalls Druck zu machen.

Um ihre Aufgaben zu erledigen, ist die Marktgemeinde aus Sicht des Bürgermeisters finanziell recht gut aufgestellt. Ein sehr verlässlicher Posten ist die Einkommenssteuerbeteiligung, die im vergangenen Jahrzehnt um über eine Million Euro gestiegen ist. Heuer erwartet der Markt 2,6 Millionen Euro.

Negativ entwickelt sich die Gewerbesteuer seit dem Abschied der SGF aus Kraiburg, über zwei Millionen Euro waren es schon im herausragend guten Jahr 2012. 715000 Euro hat der Kämmerer heuer angesetzt. Fast eine Million Euro fließen an Schlüsselzuweisungen.

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es bei den Zins- und Tilgungsleistungen. Noch 2012 musste die Gemeinde mehr Geld für Zinsen ausgeben, mittlerweile kann sie auch dank des niedrigen Zinsniveaus mehr als doppelt so viel in die Tilgung geben. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken, von über 1000 Euro je Bürger (2012) auf 784 (2018).

Die Gesamtschulden betrugen 2018 3,14 Millionen Euro. Fast ebenso hoch sind die Rücklagen mit 2,7 Millionen Euro. Kraiburg sei damit auch für Krisen gerüstet. „Wir stehen nicht schlecht da.“ (Siehe auch Fragen.)

Der Markt Kraiburg in Zahlen

Einwohner: 4060 (Tendenz: leicht steigend).

Geburten: 28.

Sterbefälle: 54.

Zuzüge: 297.

Wegzüge: 24.

Kindertagesstätten/Belegung:

Familienbrücke: 2018/19: 89 Kiga-Kinder, 24 Krippenkinder; 2019/20: 87 Kiga-Kinder, 24 Krippenkinder.

Römerzwergerl: 2018/19: 14 Regelkinder; 2019/20: 15 Regelkinder.

Grundschule: 152 Schüler (Tendenz leicht fallend: 2019/20: voraussichtlich 141; 2020/21: voraussichtlich 129).

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