Schon Anfang dieser Woche war klar: In der Wochenschau sollte sich alles rund ums Thema Ü-Eier drehen. Das lag nahe, zum einen wegen des bevorstehenden Osterfestes – wer freut sich da nicht über süße Überraschungseier? – zum anderen auch deshalb, weil sich interessante Personalien anzubahnen schienen. Oder eine überraschende Wendung bei großen Themen der Stadtpolitik?
Nein, es gibt nichts Neues in Sachen Hochschule und Forschungszentrum, jedenfalls nichts, was öffentlich geworden wäre. Und auch Ulli Maier hatte bei der Mitgliederversammlung der Industriegemeinschaft Waldkraiburg-Aschau (IGW) keinen Hut dabei, um ihn in den Ring zu werfen und seine Kandidatur als Landrat anzumelden. Ja, das Amt des IGW-Vorsitzenden hat der UWG-Kreisvorsitzende aufgegeben, doch diesen Schritt hatte er bereits vor einem Jahr angekündigt. Kein echtes Ü-Ei also. Und sein Nachfolger Joachim Mayer, der viele Jahre lang Ulli Maiers Stellvertreter war, hat ganz bestimmt keine Überraschungen im Sinn. Er setzt auf Kontinuität: Die Industrie wird auch künftig Mitverantwortung tragen und eine aktive Rolle im Stadtgeschehen spielen.
Zurück zum Landratskandidaten der Unabhängigen. Dieses Ei muss noch ausgebrütet werden. Stadt und Landkreis werden vermutlich ein Weilchen warten müssen, bis der UWG-Kandidat schlüpft. Über ungelegte Eier redet Ulli Maier nicht. Dass andere drüber reden, scheint ihm gar nicht unrecht zu sein.
Wer da alles mitbrütet, und ob es am Ende tatsächlich der Stadtrat, Kreisrat, Kreisvorsitzende und schärfste Widersacher des amtierenden Landrats Georg Huber wird? Maier ist jedenfalls viel unterwegs. Selbst an dem Abend, an dem die Landkreis-CSU im Saal des Kreuzerwirts Max Heimerl als ihren Kandidaten auf den Schild hob, war der UWG-Kreisvorsitzende dabei. Gleich nebenan, im Stüberl, als Gast bei der Mitgliederversammlung der ÜWG Mettenheim. Zufälle gibt‘s.
Auf das erste echte Ü-Ei dieser Woche sind wir am Dienstag in Kraiburg gestoßen. Es wurde einer Reporter-Kollegin von der Wasserburger Zeitung, die in Waldkraiburg stadtbekannt ist, direkt vor die Tür gelegt. Eine Baustelle am Markttor – Glasfaserarbeiten – versperrte den Zugang zu ihrer Wohnung. Ohne jede Vorwarnung! Hausarrest für unliebsame Journalistinnen? Zum Glück gibt‘s das nicht in Deutschland. Davon – das nur am Rande – ließe sich die rasende Reporterin eh nicht abhalten. Sie nahm den Weg durch die nächste Wohnung und war vermutlich schneller als die meisten Datenleitungen des Unternehmens raus aus dem Haus.
Auch für eine schlechte Überraschung war diese Woche gut. Der dritte Brand von Schuppen und Hallen im Waldkraiburger Außenbereich seit Ende März wirft Fragen auf. Was ist da los? Für mindestens einen Vorfall, das Feuer in einer landwirtschaftlichen Halle bei Pürten, steht fest: Es war Brandstiftung. In den beiden anderen Fällen legt sich die Polizei nicht fest. Kein Grund zur Panik, aber zur Wachsamkeit.
Ü-Eier – wer hätte das gedacht? – gab es in der Kommunalpolitik schon vor einem halben Jahrhundert. Jedenfalls scheint das ein Bericht aus unserer Rubrik „Was vor 50 Jahren in der Zeitung stand“ nahezulegen. Da überrascht der damalige Waldkraiburger Bürgermeister Kriegisch seinen Bauausschuss „völlig“ mit dem Vorschlag, eine Kunsteisbahn zu bauen. Die Finanzierung hatte er auch schon geklärt. Und jetzt kommt’s: Riesenüberraschung! Der Vorschlag wurde nicht zerpflückt, weil sich von der Initiative des Bürgermeisters irgendjemand übergangen fühlte. Die Wintersportattraktion wurde tatsächlich gebaut und sie steht – wenige Jahre später zur Eissporthalle erweitert – bis heute. Ach, du dickes Ei.
Um das Gelbe vom Ei haben die Kraiburger in der Bürgerversammlung gestritten, in der es um die Verkehrssicherheit in der Jahnstraße ging. Auch das kein Ü-Ei, eher ein Dauerbrenner, eine im Jahresrhythmus wiederkehrende Debatte. Dabei liegt das Ei des Kolumbus so nah: Alle fahren künftig vernünftig und rücksichtsvoll. Die Eltern sind ihren Kindern Vorbild. Begleiten sie gar mit dem Radl zur Schule. Und alle, die sich die Jahnstraße teilen, achten auf sich und andere. Friede, Freude, Eierkuchen kehrt dann ein. Wenigstens vor Ostern und in den Ferien, wo sich eh nix rührt auf dem Schulweg.