Waldkraiburg – An den Osterfeiertagen wurde die Polizei wieder zu drei Tatorten gerufen. Zuerst, in der Nacht von Karfreitag auf Samstag, in der Zeit zwischen 21.30 und 9 Uhr in der Früh wurden in einem Mehrfamilienhaus in der Tropschallee zwei Kellerabteile aufgebrochen. In dem einen Raum machte der Dieb keine Beute, aus dem zweiten holte er verschiedene Flaschen Alkohol, Kinderunterwäsche und Windeln. Der Schaden beläuft sich auf 200 Euro.
Deutlich höher, nämlich 3800 Euro, ist die Schadenssumme in der Erzgebirgsstraße, wo der oder die Täter am Ostersonntag oder Ostermontag gleich mehrere Keller in zwei Mehrfamilienhäusern aufbrachen. Dazu zwickten sie die Vorhängeschlösser auf und durchsuchten die Kellerräume. Neben Sportbekleidung und Alkohol wurde auch diverses Werkzeug gestohlen.
Es ist der vorläufige Endpunkt einer Serie:
• Zwischen Sonntag, 8. April, und Donnerstag, 12. April, brach ein Unbekannter in mehrere Kellerabteile in der Warnsdorfer Straße ein. Die Vorhängeschlösser zwickte er ab, Beute konnte er aber nicht machen. An diesem Wochenende wurde zudem ein Fahrrad aus dem Keller eines Mehrfamilienhauses in der Franz-Schubert-Straße gestohlen.
• In der Zeit von Dienstag, 9. April, bis Sonntag, 14. April, knackte ein Einbrecher die Bügelschlösser von drei Kellerräumen im Anton-Günther-Weg. Waschpulver, eine Kaffeemaschine, Reisekoffer, Werkzeuge, Alkoholika und Konserven ließ der Täter mitgehen.
• Am Dienstag, 16. April, oder Mittwoch, 17. April, war wieder ein Kellerraum im Anton-Günther-Weg Ziel eines Einbrechers. Der Täter war durch die defekte Eingangstür in den Wohnblock gelangt. Seine Beute: drei alte Werkzeugkästen.
„Der oder die Täter gehen wohl gezielt auf größere Wohnanlagen“, sagt Georg Deibl. Denn immer steuern sie Mehrfamilienhäuser an und nehmen mit, was man irgendwie zu Geld machen kann.
Darüber hinaus hat die Polizei allerdings im Moment keine Anhaltspunkte. Die PI hat laut Deibl reagiert, die Sachbearbeitung der Kellereinbrüche dem Ermittlungsdienst übertragen, zuletzt sei ein zweiter Beamter hinzugezogen worden. Die Spurensicherung sammelt an den Tatorten Material. Das wird dann über das Landeskriminalamt unter anderem auf DNA-Spuren untersucht und gegebenenfalls mit der DNA-Datenbank abgeglichen. Doch das dauert. Denn schwere Verbrechen haben natürlich Vorrang vor Kelleraufbrüchen.
Bei der Serie von rund 20 Schrebergärten-Einbrüchen im Herbst in Waldkraiburg habe es über ein Vierteljahr gedauert, bis Ergebnisse vorlagen und der Täter überführt werden konnte.
Damit es bei den Kelleraufbrüchen schneller geht, braucht die Polizei Unterstützung. „Jetzt ist der Bürger gefordert“, sagt Georg Deibl.
Der Erste Polizeihauptkommissar baut bei der Aufklärung der Serie auf die Mithilfe der Bevölkerung. „Irgendwann sieht jemand eine verdächtige Person und meldet sich unverzüglich bei uns.“ Dann hätte man mindestens eine Personenbeschreibung. Oft kommt der Anruf bei der Polizei erst Tage nach den Straftaten.
Der Waldkraiburger Inspektionsleiter appelliert deshalb an die Bewohner von Mehrfamilienhäusern, ab und zu ihre Keller zu kontrollieren. „Das kann man auch mal jeden Tag machen.“
Und: Niemand sollte sich scheuen, sich sofort bei der Polizei zu melden, wenn ihm etwas seltsam vorkommt im Haus. Dass alle Parteien in einer Wohnanlage auf eine geschlossene Haustüre achten, versteht sich fast von selbst.